Mit der Oldie-Straßenbahn durch das moderne Düsseldorf: Zeitreise im Sambawagen der Rheinbahn mit dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Mit der Oldie-Straßenbahn durch das moderne Düsseldorf: Zeitreise im Sambawagen der Rheinbahn mit dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Er sitzt ganz vorne, zum Greifen nah. Die linke Hand liegt auf einer schweren Fahrkurbel aus Metall. Mit jeder Rastung schaltet er Strom zu, Stufe für Stufe, und bestimmt so das Tempo seines Zuges. Vor gut fünfzig Jahren war das Alltag in Düsseldorf. Heute ist es ein seltenes Schauspiel. Genau dieses Schauspiel erlebten die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa an einem sonnigen Spätsommertag: Ihr neuer Präsident Josef Nagel hatte zu einer Stadtrundfahrt der besonderen Art eingeladen. Im lindgrünen Sambawagen der Rheinbahn, Baujahr 1954, ging es auf alten und neuen Wegen durch die Landeshauptstadt. Eis am Stiel inklusive.

Was nach Nostalgie klingt, wurde zu einer Lektion über Wandel. Denn wer in einer historischen Straßenbahn am Kö-Bogen und am Medienhafen vorbeirollt, sieht die eigene Stadt plötzlich mit anderen Augen. Dieser Beitrag erzählt von dieser Fahrt. Er erzählt aber auch die Geschichte dahinter: von der Rheinbahn, von einer Stadt, die sich ständig neu erfindet, und von einem Club, der aus solchen Erlebnissen Gemeinschaft macht.

Kontraste erleben: Eine Straßenbahn von 1954 im Düsseldorf von heute

Düsseldorf ist eine Stadt der Gegensätze. Barocke Altstadtgassen liegen wenige Gehminuten von gläsernen Bürotürmen entfernt. Am Rheinufer stehen das Stadttor, der Rheinturm und die geschwungenen Fassaden des Medienhafens. Nur ein paar Straßen weiter erzählen Gründerzeithäuser in Bilk und Unterbilk von einer ganz anderen Epoche. Wer diese Kontraste wirklich spüren will, braucht den richtigen Blickwinkel.

Eine Straßenbahn aus den Fünfzigerjahren liefert genau diesen Blickwinkel. Holzleisten, Haltestangen, große Fenster und das typische Surren des Motors versetzen Fahrgäste in eine Zeit, in der Düsseldorf gerade erst aus den Trümmern des Krieges wuchs. Draußen zieht dagegen das moderne Düsseldorf vorbei: Glas, Stahl und kühne Architektur. Diese Spannung zwischen drinnen und draußen machte die Fahrt so besonders. Helmut Bienfuss, Pressebeauftragter des Clubs und Autor des Fahrtberichts, brachte es auf den Punkt: „Kontraste erleben“ war das Motto dieses Nachmittags.

Die Rheinbahn: 130 Jahre Bewegung in der Landeshauptstadt

Ohne die Rheinbahn wäre Düsseldorf eine andere Stadt. Das städtische Verkehrsunternehmen bewegt heute an jedem Werktag Hunderttausende Menschen mit Stadtbahn, Straßenbahn und Bus. Es verbindet Düsseldorf mit Meerbusch und dem Kreis Mettmann. Seine Geschichte ist zugleich die Geschichte der Stadt.

Von der Pferdebahn zur Stadtbahn

Alles begann am 6. Februar 1876 mit einer Pferdebahn, betrieben von dem belgischen Unternehmer Leopold Boyaert. Zwanzig Jahre später folgte der große Schritt: Am 27. Januar 1896 fuhr die erste elektrische Straßenbahn zwischen Grafenberg und dem Wehrhahn. Nur wenige Wochen danach, am 25. März 1896, gründete der Industrielle Heinrich Lueg die Rheinische Bahngesellschaft AG. Ihr Ziel war eine Bahnverbindung zwischen Düsseldorf und Krefeld. Dafür entstand 1898 die erste feste Rheinbrücke nach Oberkassel. Genau dieser Name prangte auch auf dem Wagen, in dem die Lions an diesem Tag Platz nahmen: „Rheinische Bahngesellschaft“.

Im Lauf der Jahrzehnte wuchs das Netz rasant. Seit 1936 gehört das Unternehmen vollständig der Stadt. Im Jahr 1956 nutzten rund 320 Millionen Fahrgäste die Bahnen, so viele wie nie zuvor in der Nachkriegszeit. Ab 1981 ging die Rheinbahn schrittweise unter die Erde: Die ersten Stadtbahnstationen an der Klever Straße und der Nordstraße öffneten am 3. Oktober 1981. Im Februar 2016 folgte die Wehrhahn-Linie, ein U-Bahn-Projekt mit kunstvoll gestalteten Bahnhöfen, das bundesweit Aufmerksamkeit fand. Wer tiefer einsteigen möchte, findet eine ausführliche Chronik in der Geschichte der Düsseldorfer Straßenbahn.

Linie D und das Depot Am Steinberg: Ehrenamt hält Geschichte am Laufen

Dass historische Bahnen heute noch fahren, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist vor allem das Verdienst von Menschen, die ihre Freizeit opfern. Der Verein „Linie D“, die Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf, pflegt gemeinsam mit der Rheinbahn eine Sammlung von Straßenbahnen aus rund hundert Jahren. Ihr Zuhause ist das Depot Am Steinberg im Stadtteil Bilk. Die Rheinbahn nahm es 1908 in Betrieb, und es gilt als ältester erhaltener Straßenbahnbetriebshof der Stadt. Seit 1996 stehen zwei Hallen unter Denkmalschutz. Mehr über das Museum erfahren Sie auf der Seite des Vereins Linie D.

Diese Haltung kennen die Lions gut. Auch ihr Engagement lebt vom Ehrenamt, von Menschen, die etwas bewahren und weitergeben wollen. Vielleicht entstand deshalb an diesem Tag so schnell eine besondere Verbundenheit zwischen Fahrgästen und Begleitern.

Der Sambawagen: Ein Star mit Fahrkurbel und Schaffnersitz

Der Wagen, in dem die Gruppe unterwegs war, ist ein echter Publikumsliebling. Der Hersteller Düwag entwickelte Anfang der Fünfzigerjahre einen vierachsigen Großraumwagen mit abgerundeten, stromlinienförmigen Fronten. Laut Rheinbahn rollte dieser Typ 1954 erstmals über Düsseldorfer Gleise. Bis 1988 war der heutige Triebwagen 114 im Liniendienst, zuletzt vor allem auf den Linien 704 und 706. Danach wurde er restauriert und erhielt sein lindgrünes Kleid mit beigen Zierstreifen, angelehnt an die Prototypen.

Warum er „Sambawagen“ heißt

Der Spitzname ist ein Augenzwinkern aus der Wirtschaftswunderzeit. Im hinteren Teil des Wagens gibt es eine große freie Fläche. Sie war so großzügig, dass man darauf Samba hätte tanzen können. „Hätte“, wohlgemerkt, wie die Rheinbahn-Begleiter mit einem Schmunzeln betonten. Der Samba war damals der Modetanz schlechthin, und so blieb der Name hängen. Wegen seiner ruhigen und sanften Fahrweise nannte man den Wagen übrigens auch „Pony“.

Ein Platz für den Schaffner und eine Kurbel für den Fahrer

Der Sambawagen brachte noch eine zweite Neuerung: Erstmals bekam der Schaffner einen festen Sitzplatz hinten im Wagen. Die Fahrgäste stiegen hinten ein, zahlten bei ihm und gingen dann nach vorne durch. Fachleute nennen das „Fahrgastfluss“. Bis 1968 gehörten Schaffner fest zum Bild der Düsseldorfer Straßenbahn. Danach fuhren alle Linien ohne sie.

Vorne war der Fahrer dagegen ganz auf sich gestellt. Das Fahren mit der Kurbel war alles andere als leicht. Eigene Gleiskörper gab es kaum. Die Schienen lagen mitten auf der Straße. Der Fahrer teilte sie mit Fußgängern, Radfahrern, Pferdefuhrwerken und immer mehr Autos. Auf manchen Strecken musste er sogar aussteigen und die Weiche von Hand mit einem Hebel umstellen. Bei Schnee und Eis war das eine Herausforderung, die heute kaum noch jemand kennt.

Präsident Josef Nagel lädt ein: Die Fahrt Station für Station

An diesem Tag war alles gemütlicher. Sechzehn Lions-Freunde trafen sich mit Gästen an der großen Wendeschleife am Südfriedhof. Eingeladen hatte Josef Nagel, der im Sommer 2026 das Amt des Präsidenten des Lions Club Düsseldorf Barbarossa übernommen hat. Es war eine seiner ersten Einladungen im neuen Lions-Jahr, und sie setzte gleich ein Zeichen: Clubleben darf überraschen.

Start an der Schleife am Südfriedhof

Schon auf den ersten Metern in Richtung des gläsernen Stadttors, in dem heute die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen sitzt, stieg die Stimmung. Zwei Rheinbahner begleiteten die Gruppe. Sie trugen die Uniform von damals, mit Mütze und Krawatte. Kenntnisreich erzählten sie, wie die Technik von gestern auf den Trassen von heute funktioniert. Wer wollte, konnte jede Frage loswerden. Und es gab viele Fragen.

Zwischenstopp im historischen Depot Am Steinberg in Bilk

Der erste Halt führte zu einem Ort, den viele Düsseldorfer gar nicht kennen. Trotz seiner Größe liegt das alte Depot Am Steinberg etwas versteckt in Bilk. Hier warten zahlreiche ältere und noch ältere Bahnen auf ihren nächsten Einsatz. Die Gäste schauten sich das Gelände und die Hallen an, staunten über Fahrzeuge aus fast einem Jahrhundert und bekamen eine willkommene Erfrischung: das versprochene Eis am Stiel. An einem warmen Spätsommertag war das genau das Richtige.

Durch die Innenstadt: Graf-Adolf-Straße, Kö-Graben und Hauptbahnhof

Danach ging es auf den Gleisen der Rheinbahn Richtung Innenstadt, über die Graf-Adolf-Straße zum Kö-Graben. Ein lindgrüner Oldtimer fällt im Stadtverkehr natürlich auf. An jeder Haltestelle drehten sich Köpfe. Wartende Fahrgäste lächelten, zückten ihre Handys und winkten. Für einen Moment wurde die alte Bahn zur rollenden Attraktion. Hinten nahm der zweite Begleiter auf dem Schaffnersitz Platz, genau dort, wo früher Fahrscheine verkauft wurden. Von hier aus erklärte er fachkundig, was draußen vorbeizog. Vorbei am Hauptbahnhof rollte der Zug weiter durch die belebte Stadt.

Kö-Bogen und Medienhafen: Wo 1954 auf das 21. Jahrhundert trifft

Ein Höhepunkt war der Kö-Bogen. Der Bau des Architekten Daniel Libeskind wurde 2013 fertiggestellt und verbindet die Königsallee mit dem Hofgarten. Seine geschwungenen Fassaden aus Stein und Glas mit den begrünten Einschnitten genossen die Fahrgäste ganz entspannt von ihren Sitzen aus. Mehr über die Architektur der Stadt bietet Visit Düsseldorf.

Auf dem Rückweg folgte ein kurzer, sehr passender Halt am Medienhafen. Wo früher Schiffe entladen wurden, stehen heute einige der spektakulärsten Gebäude Düsseldorfs, darunter die tanzenden Bauten von Frank O. Gehry. Der Kontrast zwischen dieser jungen Architektur und der Bahn von 1954 war hier am größten. Viele zückten die Kamera. Es sind genau diese Bilder, die bleiben.

Ausklang im Volmerswerther Krug

Zurück an der Schleife am Südfriedhof stiegen alle zufrieden aus. Die Gäste bedankten sich herzlich bei den Rheinbahn-Mitarbeitern. Dann ging es zum nächsten Treffpunkt ganz in der Nähe: dem Volmerswerther Krug. Ein großer, reservierter Tisch wartete. Bei gutem Essen und kühlen Getränken wurde das frisch Erlebte noch einmal lebendig. Man tauschte Fotos aus, erzählte Anekdoten aus der eigenen Kindheit mit der Straßenbahn und lachte viel. So wurde aus einem schönen Nachmittag ein noch schönerer früher Abend.

Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa: Mehr als ein Ausflug

Natürlich kann man eine historische Straßenbahn auch privat mieten. Doch was diesen Tag ausmachte, lässt sich nicht buchen. Es war die Mischung: ein Präsident mit einer guten Idee, zwei Begleiter, die ihre Begeisterung teilten, ein Depot, das die meisten Düsseldorfer nie von innen sehen, und eine Gruppe von Menschen, die sich vertrauen. Wer einmal erlebt hat, wie sechzehn Erwachsene in einem Wagen von 1954 strahlen wie Kinder, versteht, warum das Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa so geschätzt wird.

Erlebnisse, die man selten allein erlebt

Die Straßenbahnfahrt ist kein Einzelfall. Das Clubjahr ist voller solcher Momente. Es gibt Vorträge von Ärztinnen, Ingenieuren, Künstlern und Unternehmern. Es gibt Clubreisen, Besichtigungen und Feste. Oft öffnen sich dabei Türen, die sonst geschlossen bleiben. Man begegnet Expertinnen und Experten persönlich, stellt Fragen und diskutiert auf Augenhöhe. Viele Mitglieder beschreiben genau dieses Gefühl: Dankbarkeit, dabei zu sein. Und die Freude, selbst Ideen einzubringen. Denn jede dieser Aktionen beginnt mit einem Mitglied, das sagt: „Das sollten wir zusammen erleben.“ Josef Nagel hat es mit dieser Fahrt vorgemacht.

Gemeinschaft mit Sinn: Wofür sich der Club einsetzt

Hinter aller Geselligkeit steht ein klares Ziel. Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa hilft Kindern in prekären Lebenssituationen. Ob beim Weckmann-Verkauf zu Sankt Martin oder bei der Unterstützung von Präventionsprogrammen an Düsseldorfer Grundschulen: Die Wohltätigkeit des Clubs wirkt mitten in der Stadt. Das internationale Lions-Motto lautet „We serve“, also „Wir dienen“. Gemeinsame Erlebnisse wie diese Fahrt sind dafür kein Selbstzweck. Sie stärken den Zusammenhalt, und aus Zusammenhalt entsteht Tatkraft. Wer gemeinsam lacht, packt auch gemeinsam an. Mehr über die weltweite Lions-Bewegung erfahren Sie bei Lions Clubs International in Deutschland.

Neugierig geworden? Steigen Sie ein

Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist offen für Menschen, die neugierig sind und etwas bewegen wollen. Gäste sind grundsätzlich willkommen. Wenn Sie sich ein Bild machen möchten von unseren Zielen, von unserer Hilfe für Düsseldorfer Kinder und von den spannenden Vorträgen und Aktionen im Clubjahr, dann kommen Sie einfach einmal vorbei. Vielleicht beim nächsten Vortragsabend. Vielleicht bei der nächsten Activity.

Sie möchten sofort helfen? Auch jede Spende kommt direkt Kindern in unserer Stadt zugute. Und wer selbst Lust hat, ein Stück Düsseldorf mitzugestalten, ist herzlich eingeladen, Mitglied zu werden. Nehmen Sie über lions-barbarossa.de Kontakt mit uns auf. Der nächste Wagen fährt bestimmt. Wir freuen uns, wenn Sie mit an Bord sind.

Häufige Fragen zur Fahrt und zum Club

Was ist der Sambawagen der Rheinbahn?

Der Sambawagen ist ein vierachsiger Großraumwagen des Herstellers Düwag. Laut Rheinbahn fuhr dieser Typ 1954 erstmals in Düsseldorf. Der erhaltene Triebwagen 114 war bis 1988 im Liniendienst und wird heute für Stadtrundfahrten und Sonderfahrten eingesetzt.

Warum heißt der Sambawagen eigentlich Sambawagen?

Im hinteren Teil des Wagens gibt es eine große freie Fläche. Sie war so großzügig, dass man darauf Samba hätte tanzen können. Der Samba war in den Fünfzigerjahren ein Modetanz, und so entstand der Spitzname. Wegen seiner ruhigen Fahrweise nennt man den Wagen auch „Pony“.

Wer hat die Fahrt mit der historischen Straßenbahn organisiert?

Eingeladen hat Josef Nagel, der im Sommer 2026 das Amt des Präsidenten des Lions Club Düsseldorf Barbarossa übernommen hat. Begleitet wurde die Gruppe von zwei Mitarbeitern der Rheinbahn in historischer Uniform.

Welche Stationen hatte die Stadtrundfahrt?

Start und Ziel war die Wendeschleife am Südfriedhof. Unterwegs hielt die Gruppe im historischen Depot Am Steinberg in Bilk. Danach ging es über die Graf-Adolf-Straße, den Kö-Graben und den Hauptbahnhof zum Kö-Bogen und zurück über den Medienhafen. Den Ausklang bildete ein gemeinsames Essen im Volmerswerther Krug.

Was ist das Depot Am Steinberg?

Das Depot Am Steinberg in Düsseldorf-Bilk wurde 1908 in Betrieb genommen und gilt als ältester erhaltener Straßenbahnbetriebshof der Stadt. Seit 1996 stehen zwei Hallen unter Denkmalschutz. Heute pflegt dort der Verein Linie D gemeinsam mit der Rheinbahn historische Straßenbahnen.

Kann man eine historische Straßenbahn in Düsseldorf mieten?

Ja. Die Rheinbahn bietet ihre historischen Fahrzeuge, die sogenannten Oldiebahnen, für private Anlässe an, darunter auch den Sambawagen. Aktuelle Preise und Buchungsbedingungen nennt die Rheinbahn auf ihrer Webseite.

Was macht der Lions Club Düsseldorf Barbarossa?

Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist ein Serviceclub, der Kindern in prekären Lebenssituationen in Düsseldorf hilft, etwa durch den Weckmann-Verkauf oder die Unterstützung von Präventionsprogrammen an Grundschulen. Dazu kommt ein lebendiges Clubleben mit Vorträgen, Reisen und gemeinsamen Erlebnissen.

Kann ich den Lions Club Düsseldorf Barbarossa unverbindlich kennenlernen?

Ja. Gäste sind beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa grundsätzlich willkommen, zum Beispiel bei einem Vortragsabend oder einer Activity. Den Kontakt finden Sie auf lions-barbarossa.de.

Josef Hinkel beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa: Der Kult-Bäcker und 1. Bürgermeister erzählt aus seiner Arbeit für Düsseldorf

Josef Hinkel beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa: Der Kult-Bäcker und 1. Bürgermeister erzählt aus seiner Arbeit für Düsseldorf

Er backt keine kleinen Brötchen, sondern einige der beliebtesten Brote der Stadt. Und er ist Politiker – als 1. Bürgermeister der Stadt Düsseldorf nicht eben irgendeiner. Josef Hinkel war zu Gast beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Eingeladen hatte ihn der neue Präsident Josef Nagel. Was folgte, war kein Vortrag mit Folien und Diagrammen, sondern ein lebendiger Abend über die Landeshauptstadt, ihre Verwaltung, ihre großen Projekte und die Frage, was einen Bürgermeister eigentlich den ganzen Tag beschäftigt. Ein Abend, wie es ihn nur im Clubleben gibt.

Ein Sommerabend am Seestern: Hoher Besuch kommt mit dem Fahrrad

Dieser Mann braucht keine Vorbereitung. Diesen Eindruck hatte an diesem Abend jeder im Raum. Josef Hinkel ist ein offener Mensch, einer, für den das Wort „leutselig“ eigens erfunden worden zu sein scheint. Für seinen Besuch beim Lions Club bedeutete das: Es ging lebendig zu. Fragen und Antworten, Bemerkungen und Einordnungen flogen nur so über den Tisch. Niemand stand vorne am Monitor und untermalte seine Aussagen mit mehr oder weniger gelungenen Charts. Stattdessen saß der Gast mitten unter den Mitgliedern – und genau dort gehört ein guter Gesprächspartner auch hin.

Josef Hinkel nahm Platz zwischen dem amtierenden Präsidenten Josef Nagel und einem weiteren hohen Besuch des Abends: Ulrich Gerber, dem Distrikt-Governor der Lions in unserem Bezirk. Und noch bevor die erste Frage gestellt war, hatte Hinkel die Lacher auf seiner Seite. Er sei mit dem Fahrrad gekommen, erzählte er. Von der Innenstadt über die Theodor-Heuss-Brücke hinüber auf die linke Rheinseite, bis zum Seestern, wo der Club im Hockey-Club sein Clublokal hat. Ein Bürgermeister auf dem Rad, ohne Dienstwagen und ohne Entourage – das sagt mehr über einen Menschen als jede Vorstellungsrunde.

Es war ein angenehm warmer Abend im späten Sommer. Nicht mehr so heiß wie noch wenige Tage zuvor, sondern genau so, wie man sich einen schönen Augustabend am Rhein vorstellt. Bestes Fahrradwetter. Und, wie sich zeigen sollte, bestes Gesprächswetter.

Josef Hinkel: Bäckermeister, Brauchtumsfreund, Bürgermeister

Josef Hinkel, 1. Bürgermeister der Stadt Düsseldorf
Josef Hinkel, 1. Bürgermeister der Stadt Düsseldorf

Ganz Düsseldorf kennt Hinkel – Hinkel kennt ganz Düsseldorf

Verschmitzt erzählte Josef Hinkel, dass er seit 53 Jahren im Laden stehe. Die Bäckerei Hinkel gilt vielen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern als die beste der Stadt, und die langen Schlangen vor und in den Geschäften sind längst ein Stück Stadtbild. Seine Schlussfolgerung: Wahrscheinlich kenne er inzwischen fast alle Düsseldorfer vom Gesicht her. Eine schöne Vorstellung. Und gar nicht so weit weg von der Wirklichkeit.

Dass der Ruf der Bäckerei weit über die Stadtgrenzen reicht, ist belegt: 2019 wurde Josef Hinkel von der Allgemeinen BäckerZeitung als erster „Bäcker des Jahres“ ausgezeichnet – mit dem Titel „Deutschlands bester Bäcker“. Wer jemals am Carlsplatz oder in der Altstadt angestanden hat, wundert sich darüber nicht. Hinkel ist dabei weit mehr als ein Handwerksmeister. Er ist Vorsitzender des Fördervereins Düsseldorfer Karneval, engagiert sich in der Altstadtgemeinschaft und wurde 2022 von den Düsseldorfer Mostertpöttches mit der Karl-Klinzing-Plakette geehrt. Kurz: Brauchtum, Handwerk und Heimat sind bei ihm keine Schlagworte, sondern Lebensinhalt.

Vom Backofen in den Rat der Stadt

Seit 2020 ist Josef Hinkel Mitglied im Rat der Stadt Düsseldorf und 1. Bürgermeister. Nach der Kommunalwahl im September 2025 wählte der Rat ihn in seiner konstituierenden Sitzung im November 2025 erneut in dieses Amt. An seiner Seite stehen Clara Gerlach als 2. Bürgermeisterin und Fabian Zachel als 3. Bürgermeister. Oberbürgermeister ist Dr. Stephan Keller, der bei der Kommunalwahl 2025 im Amt bestätigt wurde. Im Rat vertritt Hinkel den Wahlkreis Altstadt, Carlstadt und Hofgarten – also genau jenes Herz der Stadt, in dem auch seine Backstube zu Hause ist. Wer ihn dort trifft, trifft einen Politiker, der die Sorgen der Menschen nicht aus Akten kennt, sondern aus Gesprächen an der Ladentheke.

Was macht eigentlich der 1. Bürgermeister der Stadt Düsseldorf?

Stellvertreter mit eigenem Profil

Diese Frage beschäftigte viele Mitglieder, und Josef Hinkel beantwortete sie mit bemerkenswerter Klarheit. Das Wichtigste zum Verständnis dieser Rolle: Der 1. Bürgermeister ist Stellvertreter. Er vertritt den Oberbürgermeister, wenn dieser verhindert ist. Er übernimmt repräsentative und politische Aufgaben, etwa bei offiziellen Terminen, Empfängen, Jubiläen und Ehrungen. Und er leitet bei Bedarf die Sitzungen des Stadtrates. Die Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen sieht genau diese Arbeitsteilung vor: Die ehrenamtlichen Stellvertreter des hauptamtlichen Oberbürgermeisters werden vom Rat gewählt und vertreten ihn bei der Leitung der Ratssitzungen und bei der Repräsentation.

Was nach Nebenrolle klingt, ist in der Praxis ein voller Terminkalender. Für diese Aufgabe stehen Hinkel nach eigenen Worten ein eigenes Büro im Rathaus und zwei feste Mitarbeitende zur Verfügung. Das passe, betonte er, denn Düsseldorf ist mit über 600.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine der größten Städte Deutschlands – und zugleich Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. In der Fläche dagegen ist sie mit rund 217 Quadratkilometern vergleichsweise kompakt. Eine kleine große Stadt also, wörtlich genommen. Die Konsequenz liegt auf der Hand: Der Oberbürgermeister hat sehr viele Termine. Und sein Stellvertreter entsprechend auch.

Rathaus, Rat und Stadtverwaltung: Wer entscheidet was?

Im Gespräch wurde schnell deutlich, wie komplex das Zusammenspiel in einer Großstadt ist. Der Rat der Stadt Düsseldorf mit seinen 92 Mitgliedern trifft die grundlegenden Entscheidungen. Die Stadtverwaltung Düsseldorf setzt sie um – unter der Leitung des Oberbürgermeisters als Chef der Verwaltung. Die Bürgermeister wiederum bilden die repräsentative Brücke zwischen Rathaus und Stadtgesellschaft. Sie sind dort präsent, wo Düsseldorf feiert, gedenkt, dankt und ehrt. Wer mehr über die Struktur der Landeshauptstadt erfahren möchte, findet einen guten Einstieg auf dem offiziellen Portal der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Für die Mitglieder des Lions Clubs war das ein seltener Blick hinter die Kulissen. Denn wie Kommunalpolitik funktioniert, erfährt man selten so direkt: ohne Pressesprecher, ohne vorbereitete Statements, dafür mit Anekdoten aus dem Alltag zwischen Ratssaal, Empfang und Bäckerei.

Die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa im Gespräch mit Josef Hinkel
Die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa im Gespräch mit Josef Hinkel

Düsseldorf hat vieles richtig gemacht: Stadtentwicklung im Gespräch

Die mehr als 20 Teilnehmenden waren sich im Gespräch mit Josef Hinkel bemerkenswert einig: Düsseldorf hat in den vergangenen 30 bis 40 Jahren bei der Stadtentwicklung vieles richtig gemacht. Und die Beispiele dafür kennt jeder, der in dieser Stadt lebt.

Rheinufertunnel und Rheinuferpromenade: Das Jahrhundertprojekt

Am Anfang steht ein Projekt, das man ohne Übertreibung als Jahrhundertprojekt bezeichnen darf: der Rheinufertunnel. Zwischen 1990 und 1993 wurde der rund zwei Kilometer lange Tunnel gebaut, die Kosten lagen bei etwa 550 Millionen D-Mark. Seither fließt der Autoverkehr unter der Erde. Auf dem Tunneldeck entstand die heute so beliebte Rheinuferpromenade. Die Altstadt wurde damit regelrecht befreit: Wo früher eine Hauptverkehrsader die Stadt vom Fluss trennte, flanieren heute Menschen, sitzen in der Sonne und schauen auf den Rhein. Kaum ein anderes Bauprojekt hat das Lebensgefühl in Düsseldorf so sehr geprägt.

Vom MedienHafen bis zur Altstadt: Wo Düsseldorf Zukunft baut

Folgt man dem Rhein von der Altstadt stromaufwärts, wird aus Geschichte Gegenwart. Der MedienHafen ist eine der großen Erfolgsgeschichten der Stadt. Seit den 1980er-Jahren wandelte sich das alte Hafengelände Schritt für Schritt in ein Quartier für Büros, Medien, Gastronomie und Freizeit. Die geschwungenen Bauten von Frank O. Gehry sind heute eines der meistfotografierten Motive Düsseldorfs. Wo früher Kräne und Lagerhallen das Bild bestimmten, arbeiten heute Agenturen, Kanzleien und Unternehmen aus aller Welt.

Für die Mitglieder war das mehr als ein Rückblick. Denn hinter jedem dieser Projekte stehen Entscheidungen im Rat, Planungen in der Stadtverwaltung und Menschen, die bereit waren, über Jahre hinweg für eine Idee einzustehen. Genau diesen Blick hinter die Kulissen konnte Josef Hinkel geben: wie lange solche Vorhaben reifen, wie viele Interessen dabei zusammengeführt werden müssen und wie sehr eine Stadt davon profitiert, wenn sie langfristig denkt.

Kö-Bogen und Hofgarten: Die Stadt bekommt ihr Grün zurück

Auch der Kö-Bogen fand im Gespräch großes Lob. Mit dem Abriss der Hochstraße „Tausendfüßler“ im Jahr 2013 verschwand eine Verkehrsachse, die den Hofgarten jahrzehntelang von der Innenstadt abgeschnitten hatte. Der Hofgarten, Düsseldorfs historischer Stadtpark, ist seitdem wieder zu Fuß erreichbar und rückte zurück ins Bewusstsein der Menschen. Neue Architektur, mehr Grün, weniger Lärm: Für viele im Raum war das ein Paradebeispiel dafür, dass mutige Entscheidungen einer Stadt guttun.

Düsseldorf ist demokratiefest

Zum guten Schluss wurde Josef Hinkel fast ein wenig kämpferisch. Mit Blick auf die damals bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September 2026 betonte er: Düsseldorf ist demokratiefest. Auch das gehöre zu den Aufgaben eines 1. Bürgermeisters – für Zusammenhalt, Offenheit und demokratische Kultur einzustehen. Eine wichtige Aufgabe, aber in dieser rheinischen Großstadt keine sonderlich schwierige. Denn Düsseldorf lebt seine Weltoffenheit und seine internationale Ausrichtung jeden Tag: in der Altstadt, im Karneval, in seinen Vereinen und in einer Stadtgesellschaft, in der Menschen aus aller Welt zu Hause sind.

Ein Satz, der im Raum nachhallte. Denn genau dieser Gedanke verbindet die Stadt mit dem Selbstverständnis der Lions: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, zuhören und füreinander einstehen.

Warum solche Abende das Clubleben so besonders machen

Exklusiv, persönlich und nirgendwo sonst zu erleben

Man stelle sich die Szene noch einmal vor: Ein lauer Sommerabend, ein Tisch voller interessierter Menschen und mittendrin der 1. Bürgermeister der Landeshauptstadt, der mit dem Fahrrad gekommen ist und erzählt, als säße er bei Freunden am Küchentisch. Solche Momente kann man nicht kaufen. Man kann sie auch nicht im Fernsehen sehen oder in einem Podcast nachhören. Man muss dabei sein.

Genau das ist das Besondere am Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Vortragsabende wie dieser stehen keinem breiten Publikum offen. Sie sind den Mitgliedern und ihren Gästen vorbehalten. Der Kreis ist klein, die Atmosphäre vertraut, das Gespräch offen. Wer hier fragt, bekommt eine ehrliche Antwort – und oft noch eine gute Geschichte dazu. Viele Mitglieder beschreiben dieses Gefühl mit einem Wort: Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der man Menschen begegnet, die man sonst nur aus der Zeitung kennt. Und in der man von ihnen lernt, statt nur über sie zu lesen.

Präsident Josef Nagel und die Kunst der Einladung

Dass ein solcher Abend zustande kommt, ist kein Zufall. Es ist Eigeninitiative. Josef Nagel, seit Sommer 2026 Präsident des Clubs, hat den 1. Bürgermeister persönlich eingeladen und damit gleich zu Beginn seines Lions-Jahres ein Zeichen gesetzt. Im Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist das gelebte Praxis: Jedes Mitglied kann Ideen einbringen, Kontakte öffnen und besondere Begegnungen möglich machen. Ein Vortrag, eine Führung, eine Reise, ein Besuch an einem Ort, der sonst verschlossen bleibt – aus kreativen Einfällen Einzelner werden Erlebnisse für alle. Und genau das macht den Reiz aus: Man ist nicht Zuschauer des Clublebens, sondern gestaltet es mit.

Typisch Lions Club, einmal wieder. Ein gelungener Abend mit einem interessanten Bürger dieser Stadt, der seine Heimat so gut kennt wie kaum ein anderer.

Treffen, Helfen, Lernen: Wofür der Lions Club Düsseldorf Barbarossa steht

So bereichernd solche Abende sind: Sie sind nicht der Zweck des Clubs, sondern ein Teil davon. Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa versteht sich als Serviceclub mit einer klaren Mission. Sein Engagement gilt vor allem Kindern in prekären Lebenssituationen in Düsseldorf. Mit seinen Activities sammelt der Club Spenden, unterstützt Projekte und Institutionen und schenkt Kindern Chancen, die sie sonst nicht hätten – vom Weckmann-Verkauf bis zur Förderung von Präventionsprogrammen an Grundschulen.

Dahinter steht eine weltweite Gemeinschaft. Lions Clubs International wurde 1917 in Chicago gegründet und ist heute eine der größten Serviceclub-Organisationen der Welt. Ihr Leitspruch lautet „We Serve“ – wir dienen. Im Lions Club Düsseldorf Barbarossa wird dieser Gedanke von drei Worten getragen: Treffen, Helfen, Lernen. Man trifft sich unter Freunden. Man hilft dort, wo Hilfe gebraucht wird. Und man lernt von spannenden Gästen wie Josef Hinkel. Diese drei Dinge gehören zusammen. Wer gemeinsam lernt und lacht, hilft auch gemeinsam – mit mehr Energie, mehr Ideen und mehr Herz.

Neugierig geworden? Werden Sie Teil davon

Ein Bürgermeister, der mit dem Rad kommt. Gespräche über die Zukunft der Stadt aus erster Hand. Und eine Gemeinschaft, die sich für Düsseldorfer Kinder einsetzt. Wenn Sie beim Lesen gedacht haben: „Da wäre ich gern dabei gewesen“, dann haben wir eine gute Nachricht. Gäste sind an unseren Abenden grundsätzlich willkommen.

Lernen Sie den Lions Club Düsseldorf Barbarossa unverbindlich kennen, zum Beispiel bei einem unserer nächsten Vortragsabende. Bringen Sie Ihre Ideen mit, Ihre Kontakte und Ihre Neugier. Unterstützen Sie unsere Activities mit Ihrer Zeit oder mit einer Spende. Oder werden Sie Mitglied und gestalten Sie das Clubleben selbst mit. Der einfachste Weg führt über unsere Webseite lions-barbarossa.de. Nehmen Sie Kontakt auf – wir freuen uns auf Sie.

Häufige Fragen zu Josef Hinkel, dem Amt des Bürgermeisters und dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Wer ist Josef Hinkel?

Josef Hinkel ist Bäckermeister und Inhaber der bekannten Bäckerei Hinkel in Düsseldorf. 2019 wurde er von der Allgemeinen BäckerZeitung als erster „Bäcker des Jahres“ ausgezeichnet. Seit 2020 ist er Mitglied im Rat der Stadt Düsseldorf und 1. Bürgermeister; nach der Kommunalwahl 2025 wurde er im November 2025 erneut in dieses Amt gewählt. Außerdem ist er Vorsitzender des Fördervereins Düsseldorfer Karneval.

Was ist der Unterschied zwischen dem Oberbürgermeister und dem 1. Bürgermeister in Düsseldorf?

Der Oberbürgermeister wird direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt, ist hauptamtlich tätig und leitet die Stadtverwaltung. Derzeit ist das Dr. Stephan Keller. Der 1. Bürgermeister ist sein ehrenamtlicher Stellvertreter. Er wird vom Rat gewählt und vertritt den Oberbürgermeister vor allem bei repräsentativen Terminen und bei der Leitung der Ratssitzungen. Daneben gibt es in Düsseldorf eine 2. Bürgermeisterin und einen 3. Bürgermeister.

Welche Aufgaben hat der 1. Bürgermeister der Stadt Düsseldorf?

Der 1. Bürgermeister übernimmt offizielle Termine, Empfänge, Jubiläen und Ehrungen in Vertretung des Oberbürgermeisters und leitet bei Bedarf die Sitzungen des Stadtrates. Josef Hinkel steht dafür ein eigenes Büro im Rathaus mit zwei festen Mitarbeitenden zur Verfügung. Weil Düsseldorf Landeshauptstadt und eine der größten Städte Deutschlands ist, ist sein Terminkalender entsprechend voll.

Warum gilt der Rheinufertunnel als Jahrhundertprojekt für Düsseldorf?

Der rund zwei Kilometer lange Rheinufertunnel wurde zwischen 1990 und 1993 gebaut und kostete etwa 550 Millionen D-Mark. Seitdem fließt der Autoverkehr unter der Erde, und auf dem Tunneldeck entstand die Rheinuferpromenade. Die Altstadt ist dadurch wieder direkt mit dem Rhein verbunden.

Was macht der Lions Club Düsseldorf Barbarossa?

Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist ein gemeinnütziger Serviceclub in Düsseldorf. Unter dem Motto Treffen, Helfen, Lernen setzt er sich mit seinen Activities vor allem für Kinder in prekären Lebenssituationen ein. Für seine Mitglieder und Gäste organisiert der Club zudem Vortragsabende mit besonderen Persönlichkeiten, Reisen und Führungen – wie den Abend mit dem 1. Bürgermeister Josef Hinkel auf Einladung von Präsident Josef Nagel.

Kann ich als Gast an einem Vortragsabend des Lions Club Düsseldorf Barbarossa teilnehmen?

Ja. Gäste sind an den Abenden des Clubs grundsätzlich willkommen. Wer den Lions Club Düsseldorf Barbarossa unverbindlich kennenlernen, eine Activity unterstützen oder Mitglied werden möchte, nimmt am einfachsten über die Webseite lions-barbarossa.de Kontakt auf.





Ein Turm, ein Rekord-Niedrigwasser und 200 Jahre Rheingeschichte: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa im SchifffahrtMuseum im Schlossturm

Ein Turm, ein Rekord-Niedrigwasser und 200 Jahre Rheingeschichte: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa im SchifffahrtMuseum im Schlossturm

Es gibt Tage, an denen ein Ausflug ins Museum einfach nur ein Ausflug ins Museum ist. Und dann gibt es den 11. August 2026. An diesem Dienstag führte der Rhein bei Düsseldorf so wenig Wasser wie kaum jemals zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Rheinwiesen lagen breit, staubig und braun verdörrt in der Sommerhitze. Wer an diesem Abend im obersten Geschoss des Schlossturms stand, blickte auf einen Fluss, der sich klein gemacht hatte. Genau dort, im SchifffahrtMuseum Düsseldorf, hatte der neue Präsident des Lions Club Düsseldorf Barbarossa, Josef Nagel, seine Clubfreundinnen und Clubfreunde zu einer individuellen Führung eingeladen. Ein besseres Timing hätte niemand planen können. Man kann über die Geschichte der Rheinschifffahrt viele kluge Sätze sagen. Man kann sie aber auch einfach aus dem Fenster betrachten.

Der Schlossturm: Düsseldorfs Wahrzeichen und letzter Zeuge einer Residenz

Der Düsseldorfer Schlossturm direkt am Burgplatz ist die Heimat des Düsseldorf Schifffahrtsmuseum
Der Düsseldorfer Schlossturm direkt am Burgplatz ist die Heimat des Düsseldorf Schifffahrtsmuseum

Wer über den Burgplatz schlendert, nimmt den runden Turm am Rheinufer meist als hübsche Postkartenkulisse wahr. Tatsächlich ist er der letzte oberirdisch erhaltene Rest des Düsseldorfer Residenzschlosses und damit ein Stück Stadtgeschichte, das buchstäblich alles überstanden hat.

Von der Wehrburg zur Hauptresidenz

Die Anfänge liegen im Mittelalter. Nach der Stadterhebung Düsseldorfs im Jahr 1288 sicherten sich die bergischen Landesherren ihren Zugang zum Rhein zunächst mit einem einfachen Wehrturm. Urkundlich fassbar wird die Burg im Jahr 1386. Im 16. Jahrhundert entschieden sich dann die Herzöge von Jülich-Kleve-Berg für Düsseldorf als Hauptresidenz. Unter Wilhelm dem Reichen wurde die Anlage von italienischen Architekten zu einer repräsentativen Dreiflügelanlage mit geschlossenem Innenhof umgebaut. In dieser Phase entstand der nordöstliche runde Eckturm, den wir heute als Schlossturm kennen.

Warum ausgerechnet der Turm überlebte

Die Geschichte des Schlosses ist eine Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau. Kriegseinwirkung, Brände, erneuter Aufbau, wieder Feuer. Im März 1872 brannte das Schloss endgültig aus und wurde in der Folge abgetragen. Nur der runde Turm blieb stehen. 1943 brannte er nach einem Luftangriff ein letztes Mal aus. Dass er heute noch steht, ist kein Zufall der Statik, sondern das Ergebnis von Bürgerengagement: Für Restaurierung und Wiedernutzung spendeten Firmen und Privatleute über zwei Millionen D-Mark. Als der Stadtrat 1980 vor einer Finanzierungslücke stand, spendeten die damals 83 Ratsmitglieder kurzerhand ihr Sitzungsgeld als Grundstock der "Aktion Schlossturm". Eine Stadt hat ihr Wahrzeichen selbst gerettet. Für einen Serviceclub wie den Lions Club Düsseldorf Barbarossa, dessen gesamtes Selbstverständnis auf genau diesem Gedanken beruht, ist das mehr als eine Fußnote.

Das SchifffahrtMuseum: eine der ältesten Rheinsammlungen Deutschlands

Seit Januar 1984 beherbergt der Turm das SchifffahrtMuseum. Die Sammlung selbst ist deutlich älter: Ende der 1920er Jahre hatte der Düsseldorfer Hafendirektor Heinrich Etterich die Idee zu einer Ausstellung über Hafen und Handelsplatz Düsseldorf. Gemeinsam mit dem Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums, Dr. Hans Brückner, entstand ab 1931 eine der ältesten Sammlungen zur Geschichte der Rheinschifffahrt überhaupt. Der Zweite Weltkrieg schickte sie in die Magazine, aus denen sie erst mit der Restaurierung des Schlossturms wieder auftauchte.

Sieben Etagen, ein Fluss, kein Staub

Wer "Museum" hört und dabei an stille Vitrinen mit vergilbten Schildchen denkt, liegt hier grundlegend falsch. Seit der vollständigen Neukonzeption im Jahr 2015 präsentiert sich das Haus unter dem Motto "Den Rhein erleben" auf sieben Etagen und rund 360 Quadratmetern: vom historischen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert bis hinauf in das Aussichtsgeschoss, die sogenannte Laterne. Themen sind der Naturraum und das Wirtschaftssystem Rhein, die Schiffbaugeschichte vom Einbaum bis zum Dampfschlepper, die Entwicklung der Düsseldorfer Häfen sowie Handel und Reisen auf dem Fluss. Schiffsmodelle ziehen sich als roter Faden durch das Haus, darunter ein vier Meter langes Floßmodell. Dazu kommen interaktive Stationen, an denen man ein Containerschiff vor Düsseldorf anlegen darf, ohne dass es teuer wird. Bis zu 50.000 Besucherinnen und Besucher kommen jährlich. Das Museum wird von der Landeshauptstadt Düsseldorf getragen und seit über 70 Jahren vom gemeinnützigen Verein Freunde und Förderer des SchifffahrtMuseums im Schlossturm e. V. unterstützt. Alle Details zu Ausstellung, Öffnungszeiten und Programm finden sich auf der Seite des SchifffahrtMuseums Düsseldorf.

Ein Museumsleiter, der erzählen kann

Dr. Markus Todoric, Leiter des SchifffahrtMuseums, erklärt ein historisches Schiffsmodell
Dr. Markus Todoric, Leiter des SchifffahrtMuseums, erklärt ein historisches Schiffsmodell

Den entscheidenden Unterschied zwischen einer Ausstellung und einem Erlebnis macht selten die Vitrine, sondern fast immer der Mensch davor. Durch den Abend führte Dr. Markus Todoric, der Leiter des SchifffahrtMuseums. Er referierte nicht, er nahm mit. Wer erlebt hat, wie jemand aus Zollstationen, Treidelpfaden und Stapelrechten eine spannende Geschichte formt, versteht, warum die Lions-Freunde an diesem Abend keine Uhr brauchten.

Als die Flüsse die Autobahnen Europas waren

Es braucht heute einiges an Vorstellungskraft, um sich in die Zeit zurückzuversetzen, die im SchifffahrtMuseum im Mittelpunkt steht: das späte Mittelalter und die beginnende Neuzeit. Keine Eisenbahn. Keine Flugzeuge. Und ein Straßennetz, das den Namen kaum verdiente und dessen Nutzung vor allem eines war: beschwerlich. Das Leben fand an den großen Strömen statt. Die Natur hatte die Verkehrswege geschaffen, und deren Verlauf entschied darüber, welche Gegend, welches Land und welche Stadt erreichbar war und welche nicht.

Der Rhein als Pulsader Europas

Der Rhein spielt dabei eine Sonderrolle. Er verbindet die Alpen mit der Nordsee, berührt mehrere Staaten und in früheren Jahrhunderten eine kaum überschaubare Zahl kleiner Fürstentümer. Gleichzeitig ist er romantischer Sehnsuchtsort. Man denke nur an die vielbesungene Loreley. Wo ein Fluss Handel ermöglicht, entstehen Häfen, Zollstationen und Umschlagplätze. Und diese Institutionen am Ufer entschieden über Wohlstand und Reichtum oft winziger Territorien.

Köln, das Stapelrecht und die Kunst, Zölle zu erheben

Ein Musterbeispiel ist Köln. Die Stadt lag am Schnittpunkt von Nieder- und Mittelrhein und sicherte sich im Jahr 1259 das Stapelrecht. Die Regel war so einfach wie wirkungsvoll: Alle passierenden Schiffe mussten anhalten und ihre Waren zunächst auf dem Kölner Markt anbieten. Der Weitertransport durfte anschließend nur durch Kölner Fuhrleute und Schiffer erfolgen. Für schwere Güter und Massengüter gab es zum Schiff schlicht keine Alternative, weshalb die Landesherren am Rhein außerordentlich erfinderisch beim Erheben von Zöllen waren. Fairerweise gehört dazu: Ursprünglich wurden mit diesen Abgaben häufig die Uferpfade instandgehalten, ohne die Schifffahrt flussaufwärts überhaupt nicht funktioniert hätte.

Treideln: Der mühsame Weg stromauf

Flussabwärts erledigte die Strömung die Arbeit. Flussaufwärts nicht. Kräftige Pferdegespanne zogen die Schiffe vom Ufer aus rheinaufwärts. Dieses Treideln war eine eigene Kunst mit eigenen Fachkräften und einem Netz von Versorgungsstationen. Auch diese Technik entwickelte sich weiter, und mit ihr wuchsen die Transporteinheiten. Vor allem die Flöße erreichten schließlich Ausmaße, die man sich heute kaum vorstellen mag: Für die großen Holländerflöße sind Längen von mehreren hundert Metern überliefert. Auf ihnen lebten Menschen mit ihrem Vieh tagelang, während das Holz rheinabwärts in die Niederlande schwamm. Ein schwimmendes Dorf, unterwegs auf dem Wasser.

Vom Dampfschiff zum Tourismus: Wie der Rhein zum Reiseziel wurde

Das nächste Kapitel, das Dr. Todoric aufschlug, ist die Geburtsstunde des Rhein-Tourismus. Möglich wurde sie durch die Dampfschiffe, die den Reisenden erstmals Bequemlichkeit boten. Die deutschen Dampfschifffahrtsgesellschaften legten dabei ausdrücklich Wert auf ein gewisses Maß an Luxus und setzten sich damit von den niederländischen Angeboten ab.

Die Welt im Fokus, Der Rhein im Blick
Die Welt im Fokus, Der Rhein im Blick

Geprägt wurde der neue Typus des Reisenden vor allem von den Engländern. Das aufstrebende Bürgertum suchte Ziele für die Bildungsreise und fand sie in der romantischen Rheinlandschaft. Über weite Strecken des 19. Jahrhunderts stellten englische Gäste einen erheblichen Teil der Passagiere auf den Rheinschiffen. Das Geschäft boomte, Gesellschaften entstanden in Köln und in Düsseldorf, und irgendwann wuchs die Einsicht, dass man gemeinsam besser gerüstet ist als gegeneinander.

200 Jahre KD: Die Sonderausstellung im Schlossturm

Aus der Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft in Köln und der Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein in Düsseldorf wurde 1853 eine Betriebsgemeinschaft. Eigenständige Unternehmen blieben beide noch lange, bis sie 1967 zur Köln-Düsseldorfer verschmolzen. Wer den Besuch nachholen möchte, hat Glück: Anlässlich des 200-jährigen Bestehens zeigt das SchifffahrtMuseum die Sonderausstellung "200 Jahre KD - Geschichten, Gesichter, Geheimnisse", die in Kooperation mit der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH und dem Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv zu Köln entstanden ist. Sie läuft noch bis zum 25. Oktober 2026 und enthält sogar eine Buchstaben-Schnitzeljagd durch das Haus. Zwei ehemalige Konkurrenten, die zu einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte wurden: Auch das ist eine Lions-taugliche Botschaft.

Der Rhein von oben: Ein Blick, den es so nie wieder gibt

Und dann war da noch dieser Ausblick. Im Aussichtsgeschoss des Schlossturms, der Laterne, öffnet sich ein Rundblick über den Rhein, die Rheinuferpromenade, die Altstadt und die vorbeiziehenden Schiffe. An diesem Abend war der Blick ein anderer als sonst. Der Pegel Düsseldorf lag Anfang und Mitte August 2026 im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Zentimeterbereich und rutschte wenige Tage nach dem Clubbesuch erstmals seit Beginn der Messungen sogar in den negativen Bereich. Wichtig zur Einordnung, weil es gern missverstanden wird: Der Pegelstand misst die Wasserhöhe relativ zu einem festgelegten Nullpunkt am Ufer und nicht die Tiefe der Fahrrinne. Trotzdem blieb die Lage für die Binnenschifffahrt dramatisch, Frachter fuhren teils nur mit einem Bruchteil ihrer Ladung. Aktuelle Werte lassen sich jederzeit über den Pegel Düsseldorf bei ELWIS abrufen.

Ein Museum über das Wirtschaftssystem Rhein zu besuchen, während vor dem Fenster genau dieses Wirtschaftssystem an seine Grenzen stößt, ist Geschichtsunterricht in Echtzeit. Die Exponate erzählen von Hochwasser und Eisgang. Die Realität lieferte an diesem Abend das Gegenteil. Und plötzlich ist ein 500 Jahre altes Thema erschreckend aktuell.

Ausklang auf der Terrasse: Wo Clubleben wirklich stattfindet

Wer kennt es nicht, das typische Brauhaus direkt neben dem Schlossturm. Nach der Führung versammelten sich die Lions-Freundinnen und Lions-Freunde an einem schönen langen Tisch auf der Terrasse des Brauhauses Im Goldenen Ring am Burgplatz. Ein guter Ausklang eines gemeinsamen Besuchs, der sich so gar nicht nach einem öden Museum angefühlt hatte, sondern unterhaltsam und lehrreich unseren ewig jungen Rhein in den Mittelpunkt gestellt hatte.

Und hier passiert das, was sich in keinem Programmheft ankündigen lässt. Zwischen Altbier, Sommerabend und der Frage, wie lange man wohl auf einem 400 Meter langen Floß mit einer Kuh auskommen würde, entsteht das, was den Kern eines Clubs ausmacht: Vertrauen. Menschen, die sich gut kennen, helfen gemeinsam besser. Genau deshalb ist das Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa keine Freizeitbeschäftigung neben der eigentlichen Arbeit, sondern deren Fundament.

Warum ein Serviceclub ins Museum geht

Die berechtigte Frage lautet: Was hat eine Museumsführung mit Wohltätigkeit zu tun? Die Antwort steckt im Lions-Motto Treffen, Helfen, Lernen.

Treffen und Lernen als Voraussetzung für das Helfen

Ein Club, der sich nur zum Spendensammeln trifft, verliert Menschen. Ein Club, der gemeinsam etwas erlebt, hält sie. Die Activities des Lions Club Düsseldorf Barbarossa zugunsten von Kindern in prekären Lebenssituationen erfordern Zeit, Geld, Organisationskraft und Beharrlichkeit. Diese Energie entsteht nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Zusammenhalt. Wer gemeinsam im Gewölbekeller eines Renaissanceturms steht, arbeitet später auch gemeinsam an einem Benefizprojekt.

Der Präsident als Gastgeber

Bemerkenswert ist, wie dieser Abend zustande kam. Er stand in keinem Standardprogramm, sondern ging auf die persönliche Initiative des amtierenden Präsidenten Josef Nagel zurück, der das Lions-Jahr 2026/2027 anführt. Genau so funktioniert dieser Club: Jemand hat eine Idee, greift zum Telefon, organisiert eine individuelle Führung außerhalb des öffentlichen Programms und schenkt seinen Clubfreunden damit einen Abend, den sie so nirgends buchen können. Diese Freiheit, aus eigener kreativer Initiative etwas Besonderes auf die Beine zu stellen, ist einer der unterschätztesten Vorzüge einer Lions-Mitgliedschaft.

Das Privileg des kleinen Kreises

Individuelle Führungen sind im SchifffahrtMuseum nach Absprache und Voranmeldung möglich. Der Unterschied zur Sonntagsführung liegt nicht im Eintrittspreis, sondern in der Atmosphäre: eine überschaubare Gruppe, der Museumsleiter persönlich, Zeit für Nachfragen und am Ende ein Aussichtsgeschoss, in dem man nicht um den besten Platz am Fenster kämpfen muss. Das ist der Moment, in dem strahlende Erwachsene aussehen wie Kinder an Weihnachten. Und es ist der Moment, in dem man als Mitglied denkt: Gut, dass ich dabei bin.

Sie möchten dabei sein?

Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist ein gemeinnütziger Serviceclub in Düsseldorf, der sich vor allem für Kinder einsetzt, die es im Leben schwerer haben als andere. Dazu gehören Spendenaktionen und Activities ebenso wie Vorträge, Reisen und Abende wie dieser. Wer neugierig geworden ist, ob als potenzielles Mitglied, als Förderer oder als Unterstützer einer einzelnen Aktion, findet den Weg zu uns über die Kontaktseite auf lions-barbarossa.de. Ein unverbindliches Kennenlernen ist ausdrücklich erwünscht. Denn Helfen macht mehr Freude, wenn man es gemeinsam tut. We serve.

Der Text basiert auf einem Bericht von Helmut Bienfuss, PR-Beauftragter des Lions Club Düsseldorf Barbarossa, und wurde um recherchierte Hintergründe zu Schlossturm, SchifffahrtMuseum und Rheinschifffahrt ergänzt.

„Unser Wein“: Wie ein Riesling von der Mosel dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa Zehntausende Euro für schwerkranke Kinder einbringt

„Unser Wein“: Wie ein Riesling von der Mosel dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa Zehntausende Euro für schwerkranke Kinder einbringt

Zwei Männer, ein großer Bilderrahmen, eine Fahrt nach Solingen. Was nach einem gewöhnlichen Geschäftstermin klingt, ist in Wahrheit das jüngste Kapitel einer der schönsten Erfolgsgeschichten, die der Lions Club Düsseldorf Barbarossa in den vergangenen Jahren geschrieben hat. Denn in diesem Rahmen stecken keine Urkunden und keine Werbeplakate – sondern Originalzeichnungen von Kindern. Von Kindern, deren Geschwister an einer unheilbaren Krankheit leiden. Ihre Bilder schmücken die Etiketten unserer eigenen Wein-Edition „Unser Wein". Und genau diese Edition hat sich in nur zwei Jahren zu einer Spendenaktion entwickelt, die weit über Düsseldorf hinaus Wirkung zeigt. Dies ist die ganze Geschichte – vom ersten Gespräch an der Mosel bis zum Dankeschön an unseren größten Abnehmer.

Die Idee: Ein Wein mit integrierter Spende

Am Anfang stand eine ebenso einfache wie kluge Überlegung: Menschen kaufen gern guten Wein. Menschen verschenken gern guten Wein. Warum also nicht einen Wein anbieten, bei dem jede Flasche automatisch Gutes tut? Ein Wein, in dessen Preis bereits eine großzügige Spende steckt – ein Charity-Wein im besten Sinne, der nicht nach Mitleid schmeckt, sondern nach Schiefer, Sonne und Sorgfalt.

Diese Idee wurde im Lions Club Düsseldorf Barbarossa nicht in einem Ausschuss zerredet, sondern angepackt. So entstand „Unser Wein": eine eigene Wein-Edition, deren Erlöse vor allem einer Institution zugutekommen, die uns seit vielen Jahren am Herzen liegt – dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Düsseldorf, kurz AKHD.

Ein Riesling aus dem Mehringer Blattenberg

Dass aus einer guten Idee ein wirklich guter Wein wurde, verdanken wir unserem Clubmitglied Horst Welter. Er stammt aus einer Winzerfamilie an der mittleren Mosel, kennt die Region, die Lagen und die Menschen – und kann auf manche alte Freundschaft bauen. Über seine Kontakte entstand die Verbindung zum Weingut & Brennerei Johannes und Anne Löwen im Moselort Mehring an der Römischen Weinstraße, unweit von Trier.

Die Winzerfamilie Löwen – Johannes, Anne und Sohn Jakob – bewirtschaftet ihre Weinberge in den Mehringer Lagen Blattenberg, Goldkupp und Zellerberg, größtenteils auf Schieferverwitterungsböden. Für unsere Edition empfahl die Familie eine Riesling Spätlese aus dem Mehringer Blattenberg. Nach einer gemeinsamen Verkostung im Club, bei der auch andere Weine im Vergleich standen, war die Entscheidung eindeutig: Dieser Riesling hat Charakter. Er steht mineralisch und elegant im Glas, zeigt einen dezenten Duft und trägt die Handschrift seiner Lage. Man schmeckt die Pflege, die Geduld und die Sorgfalt, mit der er entstanden ist. Er begleitet helles Fleisch ebenso souverän wie Meeresfrüchte und asiatische Küche – ein Wein, den man gern öffnet und noch lieber verschenkt.

Etiketten, die Geschichten erzählen

Das eigentliche Herzstück unserer Edition ist jedoch nicht der Inhalt der Flasche, sondern ihr Äußeres. Die Etiketten von „Unser Wein" stammen nicht aus einer Grafikagentur. Sie wurden von Kindern gestaltet – von den Geschwistern betroffener Kinder, die der AKHD Düsseldorf begleitet. Familien also, die das schwere Schicksal tragen, ein Kind mit einer lebensverkürzenden Erkrankung zu haben; einer Krankheit, die in den allermeisten Fällen zu einem frühen Tod führt.

Diese Kinderzeichnungen machen jede Flasche zu einem Unikat mit Botschaft. Sie geben dem Wein ein unverwechselbares Erscheinungsbild – und sie erinnern jeden, der die Flasche in der Hand hält, daran, worum es bei dieser Aktion wirklich geht. Nicht wenige Genießer sammeln die Flaschen inzwischen. Genau diese Verbindung aus Genuss, Gestaltung und gutem Zweck ist es, die „Unser Wein" von jeder gewöhnlichen Benefizaktion unterscheidet.

Wer eine dieser Flaschen verschenkt, verschenkt deshalb immer zwei Dinge auf einmal: einen ausgezeichneten Moselriesling – und eine Geschichte, die im Gedächtnis bleibt. Kaum ein Gastgeschenk öffnet so zuverlässig ein Gespräch. Und kaum ein Gespräch endet, ohne dass der Beschenkte fragt, wo es diesen Wein zu kaufen gibt. Genau so funktioniert diese Aktion: Flasche für Flasche, Gespräch für Gespräch, Empfehlung für Empfehlung.

Für wen wir das tun: Der AKHD Düsseldorf

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Düsseldorf begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden oder lebensbedrohlichen Erkrankung – und mit ihnen ihre Eltern und Geschwister. Die Begleitung beginnt ab der Diagnose und endet nicht mit dem Tod: Der Dienst steht den Familien auch in der Zeit der Trauer zur Seite. Geschulte ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter schenken den Familien Zeit, entlasten den Alltag und sind Ansprechpartner in Momenten, in denen Worte schwerfallen. Für die Familien ist dieses Angebot kostenfrei.

Zwischen dem AKHD und dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa besteht seit vielen Jahren eine enge, fast persönliche Verbindung, geprägt von gemeinsamer Arbeit und gegenseitigem Vertrauen. Die Unterstützung dieser Familien gehört zu den wichtigsten Hilfeleistungen unseres Clubs – und sie steht beispielhaft für das, was uns als Serviceclub in Düsseldorf antreibt: Kindern in prekären Lebenssituationen konkret, verlässlich und mit langem Atem zu helfen. Ganz im Sinne des internationalen Lions-Mottos „We serve".

Das erste Jahr: 1.300 Flaschen und ein Scheck über 10.000 Euro

Wie gut die Idee funktioniert, zeigte sich schneller, als selbst Optimisten im Club erwartet hatten. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jedes Clubmitglied kauft einige Flaschen – oder auch einige mehr – und verkauft sie weiter: an Freunde, Nachbarn, Geschäftspartner, Firmen oder Institutionen. Im Preis steckt bereits eine großzügige Spende, zu der auch das Weingut selbst beiträgt. So wird aus jedem einzelnen Mitglied ein Botschafter der Aktion – und aus jeder Flasche ein kleiner Baustein der Spendensumme.

Manche Mitglieder brachten es dabei zu wahrer Meisterschaft: Beate und Frank Herzbruch, beide ehemalige Präsidenten unseres Clubs, motivierten einen Abnehmer zu einer Bestellung von sage und schreibe 700 Flaschen auf einen Schlag. Auch die Großbäckerei Borggräfe gehörte zu den größten Unterstützern der ersten Stunde. Insgesamt wechselten im ersten Jahr mehr als 1.300 Flaschen den Besitzer.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Am 30. Januar 2025 übergaben unsere Mitglieder Horst Welter, Björn Voigt und Helmut Bienfuss im Nord Carree in Düsseldorf einen symbolischen Scheck über 10.000 Euro an Angelika Lenker und Corinna Walker vom AKHD. Zehntausend Euro – erwirtschaftet nicht durch eine einzelne Großspende, sondern durch viele Gespräche, viele Empfehlungen und viele einzelne Flaschen. Die ganze Geschichte des ersten Jahres haben wir hier festgehalten: Unser Wein – die Story dahinter.

Ein Besuch bei den Winzern an der Mosel

Bei so viel gemeinsamem Erfolg war es fast folgerichtig, dass unsere jährliche Clubreise im Mai 2025 an die Mosel führte. Der Club besuchte die Winzerfamilie Löwen in Mehring, ließ sich Weinberge und Keller zeigen und verkostete – natürlich – auch „unsere" Abfüllung direkt an ihrem Entstehungsort. Wer nachlesen möchte, wie aus einer Spendenaktion eine Freundschaft zwischen einem Düsseldorfer Serviceclub und einer Mosel-Winzerfamilie wurde, findet den Reisebericht hier: Clubreise an die Mosel.

Das zweite Jahr: Ein Großabnehmer mit Herz

Eine gute Aktion wiederholt man nicht einfach – man entwickelt sie weiter. Für die zweite Auflage von „Unser Wein" wählte der Club erneut gemeinsam mit der Winzerfamilie Löwen einen charaktervollen Riesling aus, und erneut gestalteten Kinder die Etiketten auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art. Und wieder fanden sich Unterstützer, die weit mehr taten, als nur eine Flasche zu kaufen.

Einer sticht dabei besonders heraus: die EMO-TRANS GmbH, ein international tätiges Logistikunternehmen mit Sitz in Solingen. Geschäftsführer Thorsten Peters hatte eine Idee, die wir nur als vorbildlich bezeichnen können: Er erwarb direkt eine größere Menge unseres Rieslings, um die Flaschen bei den unterschiedlichsten geschäftlichen Anlässen einzusetzen. Ein Gastgeschenk mit exklusivem Etikett, eine Aufmerksamkeit für Kunden und Partner – und mit jeder einzelnen Flasche eine Spende für schwerkranke Kinder und ihre Familien. Was gibt es Besseres auf diesem Gebiet als eine gute Flasche Wein, die eine echte Geschichte erzählt?

Ein Dankeschön mit bleibendem Wert

Solches Engagement verdient mehr als einen Handschlag. Und so machten sich Josef Nagel – frisch gebackener Präsident unseres Clubs und als Clubmaster schon deutlich länger im Amt – und Horst Welter am [DATUM-BESUCH-SOLINGEN] auf den Weg nach Solingen. Im Gepäck: ein großer Rahmen. Darin: die Originale der Kinderzeichnungen, mit denen die Etiketten unserer Wein-Edition gestaltet wurden. Entworfen und zu Papier gebracht von den Geschwistern betroffener Kinder – Zeichnungen also, die man nicht kaufen kann und die es kein zweites Mal gibt.

Josef Nagel und Horst Welter überreichten Thorsten Peters und seiner Mitarbeiterin die schön gerahmten Originale als Dank für die große Abnahme. Der Rahmen wird ganz sicher einen ausgewählten Platz im Unternehmen finden – und dort vielleicht sogar weiter für den Wein und seine Botschaft werben. Ein Dankeschön, das bleibt. So wie die Wirkung der Spende selbst.

Warum solche Aktionen nur in einer starken Gemeinschaft gelingen

Man kann Geld überweisen. Man kann auch einfach eine Spendenquittung abheften. Aber man kann eben auch etwas erschaffen: einen Wein aussuchen, der Menschen begeistert. Kinder einladen, Etiketten zu gestalten, die unter die Haut gehen. Ein Netzwerk aktivieren, das 1.300 Flaschen bewegt. Eine Winzerfamilie an der Mosel als Verbündete gewinnen. Und einem Unternehmen in Solingen mit gerahmten Originalzeichnungen danken, statt mit einer Standard-Urkunde.

Genau das ist es, was das Clubleben im Lions Club Düsseldorf Barbarossa ausmacht – und was ehrlicherweise auch ein Privileg ist: An solchen Aktionen kann man nicht einfach teilnehmen. Man muss Teil dieser Gemeinschaft sein. Wer einmal erlebt hat, wie aus einer Idee am Clubabend eine Aktion mit fünfstelligem Spendenergebnis wird; wer die strahlenden Gesichter bei einer Scheckübergabe gesehen hat und weiß, welchen Unterschied dieses Geld im Alltag betroffener Familien macht – der versteht, warum unsere Mitglieder von diesen Momenten mit spürbarer Dankbarkeit erzählen. Es ist das gute Gefühl, mit eigener Initiative, eigener Kreativität und den eigenen Kontakten etwas bewegt zu haben, das größer ist als man selbst.

Dazu gehören auch die vielen anderen Facetten unseres Clublebens: Vorträge hochkarätiger Referenten, gemeinsame Reisen wie die an die Mosel, exklusive Führungen und Begegnungen, die es so nur im Kreis der Lions gibt. Treffen, Helfen, Lernen – diese drei Worte beschreiben ziemlich genau, was Mitgliedschaft bei uns bedeutet.

Wie es weitergeht – und wie Sie Teil davon werden können

Der Club hat das klare Ziel, „Unser Wein" zu einer Serie zu machen, die man bereits erwartet und die immer wieder neue Akzente setzt. Vielleicht mit einer anderen Rebsorte, vielleicht irgendwann mit einem anderen Weingut – Hauptsache, der Wein ist gut und hat Eigenschaften, über die man ins Gespräch kommt. Sicher ist: Auch künftig werden Kinder die Etiketten gestalten. Und auch künftig fließt der Erlös dorthin, wo er dringend gebraucht wird.

Denn eines hat diese Aktion allen Beteiligten gezeigt: Helfen muss sich nicht nach Verzicht anfühlen. Es kann nach einem gemeinsamen Abend mit einem guten Glas Riesling schmecken, nach einer Reise an die Mosel, nach dem Stolz, wenn ein Unternehmer wie Thorsten Peters die eigene Idee aufgreift und weiterträgt. Wohltätigkeit, die verbindet statt zu verpflichten – das ist der eigentliche Jahrgang, den wir mit „Unser Wein" abgefüllt haben.

Sie möchten den Wein probieren, verschenken oder – wie EMO-Trans – für Ihr Unternehmen einsetzen? Sprechen Sie uns an. Sie möchten mehr: sich aktiv einbringen, eigene Ideen verwirklichen und Teil einer Gemeinschaft werden, die in Düsseldorf seit Jahrzehnten Verantwortung übernimmt? Dann lernen Sie uns kennen. Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa freut sich über Menschen, die nicht nur zuschauen wollen. Denn die nächste gute Idee wartet schon – und die nächste Flasche „Unser Wein" auch.

Fortsetzung folgt. Mit guten Weinen.

Klasse 2000: Warum Suchtprävention in der Grundschule beginnt – ein Vortragsabend beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Klasse 2000: Warum Suchtprävention in der Grundschule beginnt – ein Vortragsabend beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Wann beginnt Sucht? Die ehrliche Antwort ist unbequem: lange bevor ein Jugendlicher zum ersten Mal zur Zigarette greift oder das erste Bier probiert. Sie beginnt dort, wo Kinder nicht gelernt haben, Nein zu sagen. Wo niemand ihnen gezeigt hat, wie man Konflikte ohne Fäuste löst, wie man mit unangenehmen Gefühlen umgeht und warum der eigene Körper es wert ist, geschützt zu werden. Genau deshalb setzt wirksame Suchtprävention nicht am Schulhof des Gymnasiums an, sondern viel früher: in der Grundschule. Wie das konkret aussieht, erfuhren die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa aus erster Hand: Dr. med. Caroline Bentgens stellte im Januar das Programm Klasse 2000 vor – das größte Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung an deutschen Grundschulen.

Die Zahlen, die aufhorchen lassen

Man wünscht sich, diese Zahlen wären erfunden. Sind sie aber nicht. Dr. Bentgens legte in ihrem Vortrag den Finger präzise in die Wunde unserer Gesellschaft: Rauchen und Alkoholkonsum sind bereits bei sieben bis zehn Prozent der Jugendlichen verbreitet. Rund fünfzehn Prozent praktizieren mindestens einmal im Monat sogenanntes Rauschtrinken. Acht Prozent der Jugendlichen haben bereits Cannabis probiert. Fünfzehn Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig – Tendenz steigend. Siebzehn Prozent zeigen psychische Auffälligkeiten, und weitere fünfzehn Prozent weisen Hinweise auf eine problematische Internetnutzung auf.

Hinter jeder dieser Prozentzahlen stehen echte Kinder. Kinder, die in Düsseldorf, in Nordrhein-Westfalen, in ganz Deutschland aufwachsen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt diese Entwicklung in ihren regelmäßigen Studien und Expertisen – und sie benennt zugleich den wirksamsten Gegenentwurf: die frühe Förderung von Lebenskompetenzen.

Warum Suchtprävention schon in der Grundschule?

Die Antwort liegt in der Entwicklungspsychologie. Zwischen sechs und zehn Jahren werden die Weichen gestellt: In diesem Alter formen Kinder ihr Selbstbild, ihre Gewohnheiten und ihre Strategien im Umgang mit Frust, Streit und Gruppendruck. Und – das ist der entscheidende Punkt – sie haben in aller Regel noch keinen Kontakt zu Alkohol, Tabak oder anderen Suchtmitteln gehabt. Prävention trifft hier also nicht auf bereits eingeübte Muster, die mühsam korrigiert werden müssten, sondern auf offene, neugierige Kinder, die Schutzfaktoren erst noch aufbauen. Wer wartet, bis die Pubertät begonnen hat, kommt oft zu spät: Dann konkurriert jede Präventionsbotschaft bereits mit den ersten eigenen Erfahrungen, mit Cliquen und mit dem Wunsch, dazuzugehören.

Was die Forschung sagt: Prävention wirkt und Suchtprävention umso mehr – wenn sie früh beginnt

Die BZgA-Expertise zur Suchtprävention kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Lebenskompetenzprogramme wirken gerade in der Grundschule – und dort häufig nachhaltiger als in höheren Klassenstufen. Kinder, die früh lernen, ihre Gefühle einzuordnen, Probleme zu lösen und Gruppendruck standzuhalten, greifen später seltener zu Suchtmitteln. Auch das Schulministerium Nordrhein-Westfalen setzt in seinen Leitlinien zur schulischen Suchtprävention genau auf diesen Ansatz: Lebenskompetenzen stärken, bevor der erste Kontakt mit Suchtmitteln überhaupt stattfindet.

Der Grund ist so einfach wie einleuchtend: Gewaltprävention und Suchtvorbeugung funktionieren nicht als Verbotskatalog. Erhobene Zeigefinger prallen an Kindern ab. Was bleibt, sind Selbstvertrauen, Körperwissen und soziale Stärke – Fähigkeiten, die man nicht verordnen, sondern nur behutsam aufbauen kann. Über vier Grundschuljahre hinweg. Genau das leistet Klasse 2000.

Ein Abend aus erster Hand: Dr. med. Caroline Bentgens zu Gast beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Dr. med. Caroline Bentgens - regionale Koordinatorin für NRW Klasse2000
Dr. med. Caroline Bentgens - regionale Koordinatorin für NRW Klasse2000

Es gibt Themen, über die man in der Zeitung liest. Und es gibt Themen, die einem eine Expertin persönlich erklärt – mit allen Zwischentönen, Rückfragen und Details, die kein Artikel transportieren kann. Am [DATUM] gehörten die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa zur zweiten, deutlich privilegierteren Gruppe: Dr. med. Caroline Bentgens von der Initiative Klasse 2000 nahm sich einen ganzen Abend Zeit, um das Programm vorzustellen, das an Grundschulen in ganz Deutschland Kinder stark macht.

Dass eine Ärztin über Prävention spricht, ist dabei kein Zufall, sondern Programm: Wer täglich mit den Folgen von Sucht, Bewegungsmangel und seelischer Überlastung konfrontiert ist, redet anders über Vorbeugung als jede Broschüre. Sachlich, wo Zahlen gefragt sind. Eindringlich, wo es um Kinderschicksale geht. Und erfrischend ehrlich bei der Frage, was Schule leisten kann – und was nicht. Genau diese Mischung machte den Abend aus: kein Werbevortrag, sondern eine fundierte Einordnung mit Raum für kritische Nachfragen aus dem Kreis der Mitglieder.

Die Idee hinter dem Programm ist so wichtig wie das große Einmaleins: stark und gesund durch die Grundschulzeit zu kommen. Das Herzstück heißt KLARO – eine sonnengelb-optimistische Symbolfigur, die Kinder vier Jahre lang begleitet. Es gibt eine App, es gibt T-Shirts, es gibt Hefte und Spiele. Vor allem aber gibt es einen klar durchdachten pädagogischen Plan mit einem Ziel: Grundschülern neben Lesen, Schreiben und Rechnen etwas beizubringen, das nirgendwo auf dem Zeugnis steht und trotzdem über Lebenswege entscheidet – Gesundheits- und Lebenskompetenzen.

Selbstverständlich ist das nämlich nicht. Wie der Körper überhaupt funktioniert und was ihm guttut. Wie wichtig Gesundheit ist und was man selbst dafür tun kann. Wie Kinder für sich selbst sorgen und gleichzeitig gut mit anderen umgehen. Dahinter stehen die großen Themen des Programms: gesund essen und trinken, bewegen und entspannen, sich selbst mögen und Freunde haben, Probleme und Konflikte lösen, kritisch denken und auch mal Nein sagen.

KLARO: Vier Jahre, vier Etappen – so funktioniert Klasse 2000

Dr. Bentgens führte die Zuhörer durch den Aufbau des Programms – und spätestens hier wurde deutlich, warum Klasse 2000 kein Aktionstag mit Luftballons ist, sondern ein wissenschaftlich fundiertes Langzeitprogramm. Pro Schuljahr sind zehn bis fünfzehn Unterrichtsstunden vorgesehen, fächerübergreifend verankert: zwei bis drei Stunden gestalten speziell geschulte Gesundheitsförderinnen und Gesundheitsförderer, acht bis zwölf Stunden übernehmen die Lehrkräfte. Ergänzt wird das Ganze durch Materialien für Eltern sowie digitale Angebote im KLARO-Labor und in der KLARO-App.

Gesund mit KLARO – das erste Schuljahr

Die Kinder lernen KLARO kennen und entdecken, wie die Atmung funktioniert und wie man mit der KLARO-Atmung entspannen kann. Warum Bewegung guttut und wie man ganz einfach mehr davon in den Alltag bringt. Warum Wasser der beste Durstlöscher ist – und wie man freundlich miteinander umgeht.

Fit mit KLARO – das zweite Schuljahr

Jetzt geht es um die Verdauung und darum, was gesunde Ernährung eigentlich ausmacht. Die Kinder lernen, wie man richtig entspannt, warum Gefühle wichtig sind und wie sie mit unangenehmen Gefühlen umgehen können – eine Kompetenz, an der bekanntlich auch mancher Erwachsene noch arbeitet.

Stark mit KLARO – das dritte Schuljahr

Im dritten Jahr stehen Teams und Zusammenarbeit im Mittelpunkt: Wie spricht man miteinander, damit sich alle in der Klasse wohlfühlen? Wie löst man Konflikte ohne Gewalt? Dazu kommen Herz und Blutkreislauf – und die Erkenntnis, dass Ernährung, Bewegung und Entspannung einen untrennbaren Dreiklang bilden.

Schlau mit KLARO – das vierte Schuljahr

Zum Abschluss wird es strategisch: Die Kinder erfahren, wie das Gehirn funktioniert und wie es beim Lernen hilft. Mit welchen Tricks Werbung arbeitet. Warum Rauchen und Alkohol schaden. Wie man bei Gruppendruck Nein sagt und warum Bildschirmzeit Grenzen braucht. Am Ende steht ein Rucksack voller Kompetenzen für den Wechsel auf die weiterführende Schule – genau in dem Alter, in dem die ersten Versuchungen warten.

Wissenschaftlich geprüft, nicht nur gut gemeint

Klasse 2000 wird kontinuierlich wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Studien unabhängiger Forschungsinstitute – darunter eine Untersuchung der Universität Bielefeld – belegen positive Wirkungen bereits im Grundschulalter, etwa auf den Konsum von Gemüse, Obst und Wasser sowie auf einen aktiven Schulweg. Auch im Jugendalter zeigen sich nachweisbare Effekte, vor allem beim Rauchen sowie beim Alkohol- und Cannabiskonsum. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Studienergebnisse auf der offiziellen Seite des Programms unter klasse2000.de.

Lions und Klasse 2000: Eine Verbindung mit Geschichte

Was viele an diesem Abend besonders berührte: Klasse 2000 ist keine fremde Initiative, die um Unterstützung wirbt. Sie ist ein Stück Lions-Geschichte. Erfunden wurde das Programm 1991 von Univ.-Doz. Dr. med. Pál Bölcskei, Lions-Mitglied und Chefarzt der Lungenheilkunde am Klinikum Nürnberg. In seinem Klinikalltag begegnete er täglich Menschen, die durch das Rauchen schwer erkrankt waren. Seine Konsequenz: Kinder müssen ihren Körper kennen und schätzen lernen, bevor sie zum ersten Mal mit Suchtmitteln in Berührung kommen. Der Name des Programms geht übrigens auf die damalige Kampagne der Weltgesundheitsorganisation zurück: „Mehr Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“.

Aus 234 Klassen in Bayern wurde eine bundesweite Bewegung. Seit 2004 empfiehlt der Governorrat der deutschen Lions das Programm offiziell für die Grundschule, und heute unterstützen mehr als 590 Lions Clubs in ganz Deutschland Klasse 2000 – finanziell und ideell. Etwa zwei Drittel aller Patenschaften werden von Lions Clubs getragen. Eine Patenschaft kostet 250 Euro pro Klasse und Schuljahr – ein überschaubarer Betrag, der vier Jahre lang Wirkung entfaltet. Klasse 2000 und die Lions sind also gute Bekannte. Oder besser noch: Freunde.

Und in Düsseldorf?

Auch dazu hatte Dr. Bentgens beeindruckende Zahlen mitgebracht: In Düsseldorf nehmen aktuell 25 Grundschulen am Programm teil. Das sind 173 Klassen, betreut von 16 Gesundheitsförderinnen. Über 4.000 Düsseldorfer Grundschulkinder lernen so Jahr für Jahr, was es heißt, stark und gesund aufzuwachsen. Ein klarer Beweis für die Kraft einer Idee – mitten in unserer Stadt.

Man muss sich das einmal vor Augen führen: Ein Chefarzt aus Nürnberg beschließt vor über drei Jahrzehnten, dass Kinder ihren Körper kennen sollen, bevor sie ihn gefährden. Und heute sitzen deshalb Düsseldorfer Erstklässler im Sitzkreis, üben die KLARO-Atmung und lernen, dass Wasser der beste Durstlöscher ist. Wenn es einen Beleg dafür gibt, dass Engagement Generationen überdauern kann, dann diesen. Und welche Initiative könnte besser zu einem Lions Club passen als eine, die das Wichtigste stärkt, was wir haben: unsere Kinder.

Warum solche Abende das Clubleben so besonders machen

Man hätte an diesem Abend eine Stecknadel fallen hören können. Wer in die Gesichter der Anwesenden blickte, sah konzentrierte Aufmerksamkeit, hier und da ein nachdenkliches Nicken – und am Ende strahlende Augen und viele Fragen. Denn genau dafür gibt es das Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa: Wissen aus erster Hand, von Expertinnen und Experten, die sich Zeit nehmen. Kein Podcast, kein Erklärvideo, sondern ein echter Dialog mit einer Medizinerin, die täglich erlebt, was Prävention bewirken kann.

Es ist ein Privileg, das nachwirkt. Solche Vorträge stehen keinem Publikum offen – sie sind den Mitgliedern und ihren Gästen vorbehalten. Und viele Mitglieder beschreiben genau dieses Gefühl: eine stille Dankbarkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der man nicht nur Gutes tut, sondern dabei auch selbst wächst. Das Lions-Motto „Treffen, Helfen, Lernen“ ist an solchen Abenden keine Formel, sondern gelebte Wirklichkeit: Man trifft sich unter Freunden, man lernt von den Besten – und man versteht danach besser, warum das Helfen so wichtig ist.

Für den Lions Club Düsseldorf Barbarossa schließt sich dabei ein Kreis. Der Club setzt sich mit seinen Activities seit jeher für Kinder in prekären Lebenssituationen ein – vom Weckmann-Verkauf bis zur Unterstützung Düsseldorfer Kinderhilfsprojekte. Ein Programm, das Kinder stark gegen Sucht und Gewalt macht, trifft den Kern dessen, wofür dieser Club steht: Wohltätigkeit, die nicht bei der Spende endet, sondern Zukunft gestaltet. „We serve“ – wir dienen – ist eben mehr als ein Leitspruch.

Neugierig geworden? Erleben Sie das Clubleben selbst

Vorträge wie dieser sind kein Einzelfall, sondern fester Bestandteil des Clubjahres: Referentinnen und Referenten aus Medizin, Technik, Kunst und Wirtschaft geben den Mitgliedern regelmäßig Einblicke, die man so nirgendwo sonst bekommt. Wenn Sie neugierig und engagiert sind und in einer starken Gemeinschaft aktiv helfen möchten, lernen Sie uns kennen – unverbindlich, zum Beispiel bei einem Vortragsabend. Der einfachste Weg führt über unsere Webseite: Nehmen Sie Kontakt auf und werden Sie Teil einer Gemeinschaft, die Düsseldorfer Kindern echte Chancen schenkt. Wir freuen uns auf Sie.