Ein Turm, ein Rekord-Niedrigwasser und 200 Jahre Rheingeschichte: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa im SchifffahrtMuseum im Schlossturm

Ein Turm, ein Rekord-Niedrigwasser und 200 Jahre Rheingeschichte: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa im SchifffahrtMuseum im Schlossturm

Es gibt Tage, an denen ein Ausflug ins Museum einfach nur ein Ausflug ins Museum ist. Und dann gibt es den 11. August 2026. An diesem Dienstag führte der Rhein bei Düsseldorf so wenig Wasser wie kaum jemals zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Rheinwiesen lagen breit, staubig und braun verdörrt in der Sommerhitze. Wer an diesem Abend im obersten Geschoss des Schlossturms stand, blickte auf einen Fluss, der sich klein gemacht hatte. Genau dort, im SchifffahrtMuseum Düsseldorf, hatte der neue Präsident des Lions Club Düsseldorf Barbarossa, Josef Nagel, seine Clubfreundinnen und Clubfreunde zu einer individuellen Führung eingeladen. Ein besseres Timing hätte niemand planen können. Man kann über die Geschichte der Rheinschifffahrt viele kluge Sätze sagen. Man kann sie aber auch einfach aus dem Fenster betrachten.

Der Schlossturm: Düsseldorfs Wahrzeichen und letzter Zeuge einer Residenz

Der Düsseldorfer Schlossturm direkt am Burgplatz ist die Heimat des Düsseldorf Schifffahrtsmuseum
Der Düsseldorfer Schlossturm direkt am Burgplatz ist die Heimat des Düsseldorf Schifffahrtsmuseum

Wer über den Burgplatz schlendert, nimmt den runden Turm am Rheinufer meist als hübsche Postkartenkulisse wahr. Tatsächlich ist er der letzte oberirdisch erhaltene Rest des Düsseldorfer Residenzschlosses und damit ein Stück Stadtgeschichte, das buchstäblich alles überstanden hat.

Von der Wehrburg zur Hauptresidenz

Die Anfänge liegen im Mittelalter. Nach der Stadterhebung Düsseldorfs im Jahr 1288 sicherten sich die bergischen Landesherren ihren Zugang zum Rhein zunächst mit einem einfachen Wehrturm. Urkundlich fassbar wird die Burg im Jahr 1386. Im 16. Jahrhundert entschieden sich dann die Herzöge von Jülich-Kleve-Berg für Düsseldorf als Hauptresidenz. Unter Wilhelm dem Reichen wurde die Anlage von italienischen Architekten zu einer repräsentativen Dreiflügelanlage mit geschlossenem Innenhof umgebaut. In dieser Phase entstand der nordöstliche runde Eckturm, den wir heute als Schlossturm kennen.

Warum ausgerechnet der Turm überlebte

Die Geschichte des Schlosses ist eine Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau. Kriegseinwirkung, Brände, erneuter Aufbau, wieder Feuer. Im März 1872 brannte das Schloss endgültig aus und wurde in der Folge abgetragen. Nur der runde Turm blieb stehen. 1943 brannte er nach einem Luftangriff ein letztes Mal aus. Dass er heute noch steht, ist kein Zufall der Statik, sondern das Ergebnis von Bürgerengagement: Für Restaurierung und Wiedernutzung spendeten Firmen und Privatleute über zwei Millionen D-Mark. Als der Stadtrat 1980 vor einer Finanzierungslücke stand, spendeten die damals 83 Ratsmitglieder kurzerhand ihr Sitzungsgeld als Grundstock der "Aktion Schlossturm". Eine Stadt hat ihr Wahrzeichen selbst gerettet. Für einen Serviceclub wie den Lions Club Düsseldorf Barbarossa, dessen gesamtes Selbstverständnis auf genau diesem Gedanken beruht, ist das mehr als eine Fußnote.

Das SchifffahrtMuseum: eine der ältesten Rheinsammlungen Deutschlands

Seit Januar 1984 beherbergt der Turm das SchifffahrtMuseum. Die Sammlung selbst ist deutlich älter: Ende der 1920er Jahre hatte der Düsseldorfer Hafendirektor Heinrich Etterich die Idee zu einer Ausstellung über Hafen und Handelsplatz Düsseldorf. Gemeinsam mit dem Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums, Dr. Hans Brückner, entstand ab 1931 eine der ältesten Sammlungen zur Geschichte der Rheinschifffahrt überhaupt. Der Zweite Weltkrieg schickte sie in die Magazine, aus denen sie erst mit der Restaurierung des Schlossturms wieder auftauchte.

Sieben Etagen, ein Fluss, kein Staub

Wer "Museum" hört und dabei an stille Vitrinen mit vergilbten Schildchen denkt, liegt hier grundlegend falsch. Seit der vollständigen Neukonzeption im Jahr 2015 präsentiert sich das Haus unter dem Motto "Den Rhein erleben" auf sieben Etagen und rund 360 Quadratmetern: vom historischen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert bis hinauf in das Aussichtsgeschoss, die sogenannte Laterne. Themen sind der Naturraum und das Wirtschaftssystem Rhein, die Schiffbaugeschichte vom Einbaum bis zum Dampfschlepper, die Entwicklung der Düsseldorfer Häfen sowie Handel und Reisen auf dem Fluss. Schiffsmodelle ziehen sich als roter Faden durch das Haus, darunter ein vier Meter langes Floßmodell. Dazu kommen interaktive Stationen, an denen man ein Containerschiff vor Düsseldorf anlegen darf, ohne dass es teuer wird. Bis zu 50.000 Besucherinnen und Besucher kommen jährlich. Das Museum wird von der Landeshauptstadt Düsseldorf getragen und seit über 70 Jahren vom gemeinnützigen Verein Freunde und Förderer des SchifffahrtMuseums im Schlossturm e. V. unterstützt. Alle Details zu Ausstellung, Öffnungszeiten und Programm finden sich auf der Seite des SchifffahrtMuseums Düsseldorf.

Ein Museumsleiter, der erzählen kann

Dr. Markus Todoric, Leiter des SchifffahrtMuseums, erklärt ein historisches Schiffsmodell
Dr. Markus Todoric, Leiter des SchifffahrtMuseums, erklärt ein historisches Schiffsmodell

Den entscheidenden Unterschied zwischen einer Ausstellung und einem Erlebnis macht selten die Vitrine, sondern fast immer der Mensch davor. Durch den Abend führte Dr. Markus Todoric, der Leiter des SchifffahrtMuseums. Er referierte nicht, er nahm mit. Wer erlebt hat, wie jemand aus Zollstationen, Treidelpfaden und Stapelrechten eine spannende Geschichte formt, versteht, warum die Lions-Freunde an diesem Abend keine Uhr brauchten.

Als die Flüsse die Autobahnen Europas waren

Es braucht heute einiges an Vorstellungskraft, um sich in die Zeit zurückzuversetzen, die im SchifffahrtMuseum im Mittelpunkt steht: das späte Mittelalter und die beginnende Neuzeit. Keine Eisenbahn. Keine Flugzeuge. Und ein Straßennetz, das den Namen kaum verdiente und dessen Nutzung vor allem eines war: beschwerlich. Das Leben fand an den großen Strömen statt. Die Natur hatte die Verkehrswege geschaffen, und deren Verlauf entschied darüber, welche Gegend, welches Land und welche Stadt erreichbar war und welche nicht.

Der Rhein als Pulsader Europas

Der Rhein spielt dabei eine Sonderrolle. Er verbindet die Alpen mit der Nordsee, berührt mehrere Staaten und in früheren Jahrhunderten eine kaum überschaubare Zahl kleiner Fürstentümer. Gleichzeitig ist er romantischer Sehnsuchtsort. Man denke nur an die vielbesungene Loreley. Wo ein Fluss Handel ermöglicht, entstehen Häfen, Zollstationen und Umschlagplätze. Und diese Institutionen am Ufer entschieden über Wohlstand und Reichtum oft winziger Territorien.

Köln, das Stapelrecht und die Kunst, Zölle zu erheben

Ein Musterbeispiel ist Köln. Die Stadt lag am Schnittpunkt von Nieder- und Mittelrhein und sicherte sich im Jahr 1259 das Stapelrecht. Die Regel war so einfach wie wirkungsvoll: Alle passierenden Schiffe mussten anhalten und ihre Waren zunächst auf dem Kölner Markt anbieten. Der Weitertransport durfte anschließend nur durch Kölner Fuhrleute und Schiffer erfolgen. Für schwere Güter und Massengüter gab es zum Schiff schlicht keine Alternative, weshalb die Landesherren am Rhein außerordentlich erfinderisch beim Erheben von Zöllen waren. Fairerweise gehört dazu: Ursprünglich wurden mit diesen Abgaben häufig die Uferpfade instandgehalten, ohne die Schifffahrt flussaufwärts überhaupt nicht funktioniert hätte.

Treideln: Der mühsame Weg stromauf

Flussabwärts erledigte die Strömung die Arbeit. Flussaufwärts nicht. Kräftige Pferdegespanne zogen die Schiffe vom Ufer aus rheinaufwärts. Dieses Treideln war eine eigene Kunst mit eigenen Fachkräften und einem Netz von Versorgungsstationen. Auch diese Technik entwickelte sich weiter, und mit ihr wuchsen die Transporteinheiten. Vor allem die Flöße erreichten schließlich Ausmaße, die man sich heute kaum vorstellen mag: Für die großen Holländerflöße sind Längen von mehreren hundert Metern überliefert. Auf ihnen lebten Menschen mit ihrem Vieh tagelang, während das Holz rheinabwärts in die Niederlande schwamm. Ein schwimmendes Dorf, unterwegs auf dem Wasser.

Vom Dampfschiff zum Tourismus: Wie der Rhein zum Reiseziel wurde

Das nächste Kapitel, das Dr. Todoric aufschlug, ist die Geburtsstunde des Rhein-Tourismus. Möglich wurde sie durch die Dampfschiffe, die den Reisenden erstmals Bequemlichkeit boten. Die deutschen Dampfschifffahrtsgesellschaften legten dabei ausdrücklich Wert auf ein gewisses Maß an Luxus und setzten sich damit von den niederländischen Angeboten ab.

Die Welt im Fokus, Der Rhein im Blick
Die Welt im Fokus, Der Rhein im Blick

Geprägt wurde der neue Typus des Reisenden vor allem von den Engländern. Das aufstrebende Bürgertum suchte Ziele für die Bildungsreise und fand sie in der romantischen Rheinlandschaft. Über weite Strecken des 19. Jahrhunderts stellten englische Gäste einen erheblichen Teil der Passagiere auf den Rheinschiffen. Das Geschäft boomte, Gesellschaften entstanden in Köln und in Düsseldorf, und irgendwann wuchs die Einsicht, dass man gemeinsam besser gerüstet ist als gegeneinander.

200 Jahre KD: Die Sonderausstellung im Schlossturm

Aus der Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft in Köln und der Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein in Düsseldorf wurde 1853 eine Betriebsgemeinschaft. Eigenständige Unternehmen blieben beide noch lange, bis sie 1967 zur Köln-Düsseldorfer verschmolzen. Wer den Besuch nachholen möchte, hat Glück: Anlässlich des 200-jährigen Bestehens zeigt das SchifffahrtMuseum die Sonderausstellung "200 Jahre KD - Geschichten, Gesichter, Geheimnisse", die in Kooperation mit der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH und dem Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv zu Köln entstanden ist. Sie läuft noch bis zum 25. Oktober 2026 und enthält sogar eine Buchstaben-Schnitzeljagd durch das Haus. Zwei ehemalige Konkurrenten, die zu einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte wurden: Auch das ist eine Lions-taugliche Botschaft.

Der Rhein von oben: Ein Blick, den es so nie wieder gibt

Und dann war da noch dieser Ausblick. Im Aussichtsgeschoss des Schlossturms, der Laterne, öffnet sich ein Rundblick über den Rhein, die Rheinuferpromenade, die Altstadt und die vorbeiziehenden Schiffe. An diesem Abend war der Blick ein anderer als sonst. Der Pegel Düsseldorf lag Anfang und Mitte August 2026 im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Zentimeterbereich und rutschte wenige Tage nach dem Clubbesuch erstmals seit Beginn der Messungen sogar in den negativen Bereich. Wichtig zur Einordnung, weil es gern missverstanden wird: Der Pegelstand misst die Wasserhöhe relativ zu einem festgelegten Nullpunkt am Ufer und nicht die Tiefe der Fahrrinne. Trotzdem blieb die Lage für die Binnenschifffahrt dramatisch, Frachter fuhren teils nur mit einem Bruchteil ihrer Ladung. Aktuelle Werte lassen sich jederzeit über den Pegel Düsseldorf bei ELWIS abrufen.

Ein Museum über das Wirtschaftssystem Rhein zu besuchen, während vor dem Fenster genau dieses Wirtschaftssystem an seine Grenzen stößt, ist Geschichtsunterricht in Echtzeit. Die Exponate erzählen von Hochwasser und Eisgang. Die Realität lieferte an diesem Abend das Gegenteil. Und plötzlich ist ein 500 Jahre altes Thema erschreckend aktuell.

Ausklang auf der Terrasse: Wo Clubleben wirklich stattfindet

Wer kennt es nicht, das typische Brauhaus direkt neben dem Schlossturm. Nach der Führung versammelten sich die Lions-Freundinnen und Lions-Freunde an einem schönen langen Tisch auf der Terrasse des Brauhauses Im Goldenen Ring am Burgplatz. Ein guter Ausklang eines gemeinsamen Besuchs, der sich so gar nicht nach einem öden Museum angefühlt hatte, sondern unterhaltsam und lehrreich unseren ewig jungen Rhein in den Mittelpunkt gestellt hatte.

Und hier passiert das, was sich in keinem Programmheft ankündigen lässt. Zwischen Altbier, Sommerabend und der Frage, wie lange man wohl auf einem 400 Meter langen Floß mit einer Kuh auskommen würde, entsteht das, was den Kern eines Clubs ausmacht: Vertrauen. Menschen, die sich gut kennen, helfen gemeinsam besser. Genau deshalb ist das Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa keine Freizeitbeschäftigung neben der eigentlichen Arbeit, sondern deren Fundament.

Warum ein Serviceclub ins Museum geht

Die berechtigte Frage lautet: Was hat eine Museumsführung mit Wohltätigkeit zu tun? Die Antwort steckt im Lions-Motto Treffen, Helfen, Lernen.

Treffen und Lernen als Voraussetzung für das Helfen

Ein Club, der sich nur zum Spendensammeln trifft, verliert Menschen. Ein Club, der gemeinsam etwas erlebt, hält sie. Die Activities des Lions Club Düsseldorf Barbarossa zugunsten von Kindern in prekären Lebenssituationen erfordern Zeit, Geld, Organisationskraft und Beharrlichkeit. Diese Energie entsteht nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Zusammenhalt. Wer gemeinsam im Gewölbekeller eines Renaissanceturms steht, arbeitet später auch gemeinsam an einem Benefizprojekt.

Der Präsident als Gastgeber

Bemerkenswert ist, wie dieser Abend zustande kam. Er stand in keinem Standardprogramm, sondern ging auf die persönliche Initiative des amtierenden Präsidenten Josef Nagel zurück, der das Lions-Jahr 2026/2027 anführt. Genau so funktioniert dieser Club: Jemand hat eine Idee, greift zum Telefon, organisiert eine individuelle Führung außerhalb des öffentlichen Programms und schenkt seinen Clubfreunden damit einen Abend, den sie so nirgends buchen können. Diese Freiheit, aus eigener kreativer Initiative etwas Besonderes auf die Beine zu stellen, ist einer der unterschätztesten Vorzüge einer Lions-Mitgliedschaft.

Das Privileg des kleinen Kreises

Individuelle Führungen sind im SchifffahrtMuseum nach Absprache und Voranmeldung möglich. Der Unterschied zur Sonntagsführung liegt nicht im Eintrittspreis, sondern in der Atmosphäre: eine überschaubare Gruppe, der Museumsleiter persönlich, Zeit für Nachfragen und am Ende ein Aussichtsgeschoss, in dem man nicht um den besten Platz am Fenster kämpfen muss. Das ist der Moment, in dem strahlende Erwachsene aussehen wie Kinder an Weihnachten. Und es ist der Moment, in dem man als Mitglied denkt: Gut, dass ich dabei bin.

Sie möchten dabei sein?

Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist ein gemeinnütziger Serviceclub in Düsseldorf, der sich vor allem für Kinder einsetzt, die es im Leben schwerer haben als andere. Dazu gehören Spendenaktionen und Activities ebenso wie Vorträge, Reisen und Abende wie dieser. Wer neugierig geworden ist, ob als potenzielles Mitglied, als Förderer oder als Unterstützer einer einzelnen Aktion, findet den Weg zu uns über die Kontaktseite auf lions-barbarossa.de. Ein unverbindliches Kennenlernen ist ausdrücklich erwünscht. Denn Helfen macht mehr Freude, wenn man es gemeinsam tut. We serve.

Der Text basiert auf einem Bericht von Helmut Bienfuss, PR-Beauftragter des Lions Club Düsseldorf Barbarossa, und wurde um recherchierte Hintergründe zu Schlossturm, SchifffahrtMuseum und Rheinschifffahrt ergänzt.

„Unser Wein“: Wie ein Riesling von der Mosel dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa Zehntausende Euro für schwerkranke Kinder einbringt

„Unser Wein“: Wie ein Riesling von der Mosel dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa Zehntausende Euro für schwerkranke Kinder einbringt

Zwei Männer, ein großer Bilderrahmen, eine Fahrt nach Solingen. Was nach einem gewöhnlichen Geschäftstermin klingt, ist in Wahrheit das jüngste Kapitel einer der schönsten Erfolgsgeschichten, die der Lions Club Düsseldorf Barbarossa in den vergangenen Jahren geschrieben hat. Denn in diesem Rahmen stecken keine Urkunden und keine Werbeplakate – sondern Originalzeichnungen von Kindern. Von Kindern, deren Geschwister an einer unheilbaren Krankheit leiden. Ihre Bilder schmücken die Etiketten unserer eigenen Wein-Edition „Unser Wein". Und genau diese Edition hat sich in nur zwei Jahren zu einer Spendenaktion entwickelt, die weit über Düsseldorf hinaus Wirkung zeigt. Dies ist die ganze Geschichte – vom ersten Gespräch an der Mosel bis zum Dankeschön an unseren größten Abnehmer.

Die Idee: Ein Wein mit integrierter Spende

Am Anfang stand eine ebenso einfache wie kluge Überlegung: Menschen kaufen gern guten Wein. Menschen verschenken gern guten Wein. Warum also nicht einen Wein anbieten, bei dem jede Flasche automatisch Gutes tut? Ein Wein, in dessen Preis bereits eine großzügige Spende steckt – ein Charity-Wein im besten Sinne, der nicht nach Mitleid schmeckt, sondern nach Schiefer, Sonne und Sorgfalt.

Diese Idee wurde im Lions Club Düsseldorf Barbarossa nicht in einem Ausschuss zerredet, sondern angepackt. So entstand „Unser Wein": eine eigene Wein-Edition, deren Erlöse vor allem einer Institution zugutekommen, die uns seit vielen Jahren am Herzen liegt – dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Düsseldorf, kurz AKHD.

Ein Riesling aus dem Mehringer Blattenberg

Dass aus einer guten Idee ein wirklich guter Wein wurde, verdanken wir unserem Clubmitglied Horst Welter. Er stammt aus einer Winzerfamilie an der mittleren Mosel, kennt die Region, die Lagen und die Menschen – und kann auf manche alte Freundschaft bauen. Über seine Kontakte entstand die Verbindung zum Weingut & Brennerei Johannes und Anne Löwen im Moselort Mehring an der Römischen Weinstraße, unweit von Trier.

Die Winzerfamilie Löwen – Johannes, Anne und Sohn Jakob – bewirtschaftet ihre Weinberge in den Mehringer Lagen Blattenberg, Goldkupp und Zellerberg, größtenteils auf Schieferverwitterungsböden. Für unsere Edition empfahl die Familie eine Riesling Spätlese aus dem Mehringer Blattenberg. Nach einer gemeinsamen Verkostung im Club, bei der auch andere Weine im Vergleich standen, war die Entscheidung eindeutig: Dieser Riesling hat Charakter. Er steht mineralisch und elegant im Glas, zeigt einen dezenten Duft und trägt die Handschrift seiner Lage. Man schmeckt die Pflege, die Geduld und die Sorgfalt, mit der er entstanden ist. Er begleitet helles Fleisch ebenso souverän wie Meeresfrüchte und asiatische Küche – ein Wein, den man gern öffnet und noch lieber verschenkt.

Etiketten, die Geschichten erzählen

Das eigentliche Herzstück unserer Edition ist jedoch nicht der Inhalt der Flasche, sondern ihr Äußeres. Die Etiketten von „Unser Wein" stammen nicht aus einer Grafikagentur. Sie wurden von Kindern gestaltet – von den Geschwistern betroffener Kinder, die der AKHD Düsseldorf begleitet. Familien also, die das schwere Schicksal tragen, ein Kind mit einer lebensverkürzenden Erkrankung zu haben; einer Krankheit, die in den allermeisten Fällen zu einem frühen Tod führt.

Diese Kinderzeichnungen machen jede Flasche zu einem Unikat mit Botschaft. Sie geben dem Wein ein unverwechselbares Erscheinungsbild – und sie erinnern jeden, der die Flasche in der Hand hält, daran, worum es bei dieser Aktion wirklich geht. Nicht wenige Genießer sammeln die Flaschen inzwischen. Genau diese Verbindung aus Genuss, Gestaltung und gutem Zweck ist es, die „Unser Wein" von jeder gewöhnlichen Benefizaktion unterscheidet.

Wer eine dieser Flaschen verschenkt, verschenkt deshalb immer zwei Dinge auf einmal: einen ausgezeichneten Moselriesling – und eine Geschichte, die im Gedächtnis bleibt. Kaum ein Gastgeschenk öffnet so zuverlässig ein Gespräch. Und kaum ein Gespräch endet, ohne dass der Beschenkte fragt, wo es diesen Wein zu kaufen gibt. Genau so funktioniert diese Aktion: Flasche für Flasche, Gespräch für Gespräch, Empfehlung für Empfehlung.

Für wen wir das tun: Der AKHD Düsseldorf

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Düsseldorf begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden oder lebensbedrohlichen Erkrankung – und mit ihnen ihre Eltern und Geschwister. Die Begleitung beginnt ab der Diagnose und endet nicht mit dem Tod: Der Dienst steht den Familien auch in der Zeit der Trauer zur Seite. Geschulte ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter schenken den Familien Zeit, entlasten den Alltag und sind Ansprechpartner in Momenten, in denen Worte schwerfallen. Für die Familien ist dieses Angebot kostenfrei.

Zwischen dem AKHD und dem Lions Club Düsseldorf Barbarossa besteht seit vielen Jahren eine enge, fast persönliche Verbindung, geprägt von gemeinsamer Arbeit und gegenseitigem Vertrauen. Die Unterstützung dieser Familien gehört zu den wichtigsten Hilfeleistungen unseres Clubs – und sie steht beispielhaft für das, was uns als Serviceclub in Düsseldorf antreibt: Kindern in prekären Lebenssituationen konkret, verlässlich und mit langem Atem zu helfen. Ganz im Sinne des internationalen Lions-Mottos „We serve".

Das erste Jahr: 1.300 Flaschen und ein Scheck über 10.000 Euro

Wie gut die Idee funktioniert, zeigte sich schneller, als selbst Optimisten im Club erwartet hatten. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jedes Clubmitglied kauft einige Flaschen – oder auch einige mehr – und verkauft sie weiter: an Freunde, Nachbarn, Geschäftspartner, Firmen oder Institutionen. Im Preis steckt bereits eine großzügige Spende, zu der auch das Weingut selbst beiträgt. So wird aus jedem einzelnen Mitglied ein Botschafter der Aktion – und aus jeder Flasche ein kleiner Baustein der Spendensumme.

Manche Mitglieder brachten es dabei zu wahrer Meisterschaft: Beate und Frank Herzbruch, beide ehemalige Präsidenten unseres Clubs, motivierten einen Abnehmer zu einer Bestellung von sage und schreibe 700 Flaschen auf einen Schlag. Auch die Großbäckerei Borggräfe gehörte zu den größten Unterstützern der ersten Stunde. Insgesamt wechselten im ersten Jahr mehr als 1.300 Flaschen den Besitzer.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Am 30. Januar 2025 übergaben unsere Mitglieder Horst Welter, Björn Voigt und Helmut Bienfuss im Nord Carree in Düsseldorf einen symbolischen Scheck über 10.000 Euro an Angelika Lenker und Corinna Walker vom AKHD. Zehntausend Euro – erwirtschaftet nicht durch eine einzelne Großspende, sondern durch viele Gespräche, viele Empfehlungen und viele einzelne Flaschen. Die ganze Geschichte des ersten Jahres haben wir hier festgehalten: Unser Wein – die Story dahinter.

Ein Besuch bei den Winzern an der Mosel

Bei so viel gemeinsamem Erfolg war es fast folgerichtig, dass unsere jährliche Clubreise im Mai 2025 an die Mosel führte. Der Club besuchte die Winzerfamilie Löwen in Mehring, ließ sich Weinberge und Keller zeigen und verkostete – natürlich – auch „unsere" Abfüllung direkt an ihrem Entstehungsort. Wer nachlesen möchte, wie aus einer Spendenaktion eine Freundschaft zwischen einem Düsseldorfer Serviceclub und einer Mosel-Winzerfamilie wurde, findet den Reisebericht hier: Clubreise an die Mosel.

Das zweite Jahr: Ein Großabnehmer mit Herz

Eine gute Aktion wiederholt man nicht einfach – man entwickelt sie weiter. Für die zweite Auflage von „Unser Wein" wählte der Club erneut gemeinsam mit der Winzerfamilie Löwen einen charaktervollen Riesling aus, und erneut gestalteten Kinder die Etiketten auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art. Und wieder fanden sich Unterstützer, die weit mehr taten, als nur eine Flasche zu kaufen.

Einer sticht dabei besonders heraus: die EMO-TRANS GmbH, ein international tätiges Logistikunternehmen mit Sitz in Solingen. Geschäftsführer Thorsten Peters hatte eine Idee, die wir nur als vorbildlich bezeichnen können: Er erwarb direkt eine größere Menge unseres Rieslings, um die Flaschen bei den unterschiedlichsten geschäftlichen Anlässen einzusetzen. Ein Gastgeschenk mit exklusivem Etikett, eine Aufmerksamkeit für Kunden und Partner – und mit jeder einzelnen Flasche eine Spende für schwerkranke Kinder und ihre Familien. Was gibt es Besseres auf diesem Gebiet als eine gute Flasche Wein, die eine echte Geschichte erzählt?

Ein Dankeschön mit bleibendem Wert

Solches Engagement verdient mehr als einen Handschlag. Und so machten sich Josef Nagel – frisch gebackener Präsident unseres Clubs und als Clubmaster schon deutlich länger im Amt – und Horst Welter am [DATUM-BESUCH-SOLINGEN] auf den Weg nach Solingen. Im Gepäck: ein großer Rahmen. Darin: die Originale der Kinderzeichnungen, mit denen die Etiketten unserer Wein-Edition gestaltet wurden. Entworfen und zu Papier gebracht von den Geschwistern betroffener Kinder – Zeichnungen also, die man nicht kaufen kann und die es kein zweites Mal gibt.

Josef Nagel und Horst Welter überreichten Thorsten Peters und seiner Mitarbeiterin die schön gerahmten Originale als Dank für die große Abnahme. Der Rahmen wird ganz sicher einen ausgewählten Platz im Unternehmen finden – und dort vielleicht sogar weiter für den Wein und seine Botschaft werben. Ein Dankeschön, das bleibt. So wie die Wirkung der Spende selbst.

Warum solche Aktionen nur in einer starken Gemeinschaft gelingen

Man kann Geld überweisen. Man kann auch einfach eine Spendenquittung abheften. Aber man kann eben auch etwas erschaffen: einen Wein aussuchen, der Menschen begeistert. Kinder einladen, Etiketten zu gestalten, die unter die Haut gehen. Ein Netzwerk aktivieren, das 1.300 Flaschen bewegt. Eine Winzerfamilie an der Mosel als Verbündete gewinnen. Und einem Unternehmen in Solingen mit gerahmten Originalzeichnungen danken, statt mit einer Standard-Urkunde.

Genau das ist es, was das Clubleben im Lions Club Düsseldorf Barbarossa ausmacht – und was ehrlicherweise auch ein Privileg ist: An solchen Aktionen kann man nicht einfach teilnehmen. Man muss Teil dieser Gemeinschaft sein. Wer einmal erlebt hat, wie aus einer Idee am Clubabend eine Aktion mit fünfstelligem Spendenergebnis wird; wer die strahlenden Gesichter bei einer Scheckübergabe gesehen hat und weiß, welchen Unterschied dieses Geld im Alltag betroffener Familien macht – der versteht, warum unsere Mitglieder von diesen Momenten mit spürbarer Dankbarkeit erzählen. Es ist das gute Gefühl, mit eigener Initiative, eigener Kreativität und den eigenen Kontakten etwas bewegt zu haben, das größer ist als man selbst.

Dazu gehören auch die vielen anderen Facetten unseres Clublebens: Vorträge hochkarätiger Referenten, gemeinsame Reisen wie die an die Mosel, exklusive Führungen und Begegnungen, die es so nur im Kreis der Lions gibt. Treffen, Helfen, Lernen – diese drei Worte beschreiben ziemlich genau, was Mitgliedschaft bei uns bedeutet.

Wie es weitergeht – und wie Sie Teil davon werden können

Der Club hat das klare Ziel, „Unser Wein" zu einer Serie zu machen, die man bereits erwartet und die immer wieder neue Akzente setzt. Vielleicht mit einer anderen Rebsorte, vielleicht irgendwann mit einem anderen Weingut – Hauptsache, der Wein ist gut und hat Eigenschaften, über die man ins Gespräch kommt. Sicher ist: Auch künftig werden Kinder die Etiketten gestalten. Und auch künftig fließt der Erlös dorthin, wo er dringend gebraucht wird.

Denn eines hat diese Aktion allen Beteiligten gezeigt: Helfen muss sich nicht nach Verzicht anfühlen. Es kann nach einem gemeinsamen Abend mit einem guten Glas Riesling schmecken, nach einer Reise an die Mosel, nach dem Stolz, wenn ein Unternehmer wie Thorsten Peters die eigene Idee aufgreift und weiterträgt. Wohltätigkeit, die verbindet statt zu verpflichten – das ist der eigentliche Jahrgang, den wir mit „Unser Wein" abgefüllt haben.

Sie möchten den Wein probieren, verschenken oder – wie EMO-Trans – für Ihr Unternehmen einsetzen? Sprechen Sie uns an. Sie möchten mehr: sich aktiv einbringen, eigene Ideen verwirklichen und Teil einer Gemeinschaft werden, die in Düsseldorf seit Jahrzehnten Verantwortung übernimmt? Dann lernen Sie uns kennen. Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa freut sich über Menschen, die nicht nur zuschauen wollen. Denn die nächste gute Idee wartet schon – und die nächste Flasche „Unser Wein" auch.

Fortsetzung folgt. Mit guten Weinen.

Klasse 2000: Warum Suchtprävention in der Grundschule beginnt – ein Vortragsabend beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Klasse 2000: Warum Suchtprävention in der Grundschule beginnt – ein Vortragsabend beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Wann beginnt Sucht? Die ehrliche Antwort ist unbequem: lange bevor ein Jugendlicher zum ersten Mal zur Zigarette greift oder das erste Bier probiert. Sie beginnt dort, wo Kinder nicht gelernt haben, Nein zu sagen. Wo niemand ihnen gezeigt hat, wie man Konflikte ohne Fäuste löst, wie man mit unangenehmen Gefühlen umgeht und warum der eigene Körper es wert ist, geschützt zu werden. Genau deshalb setzt wirksame Suchtprävention nicht am Schulhof des Gymnasiums an, sondern viel früher: in der Grundschule. Wie das konkret aussieht, erfuhren die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa aus erster Hand: Dr. med. Caroline Bentgens stellte im Januar das Programm Klasse 2000 vor – das größte Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung an deutschen Grundschulen.

Die Zahlen, die aufhorchen lassen

Man wünscht sich, diese Zahlen wären erfunden. Sind sie aber nicht. Dr. Bentgens legte in ihrem Vortrag den Finger präzise in die Wunde unserer Gesellschaft: Rauchen und Alkoholkonsum sind bereits bei sieben bis zehn Prozent der Jugendlichen verbreitet. Rund fünfzehn Prozent praktizieren mindestens einmal im Monat sogenanntes Rauschtrinken. Acht Prozent der Jugendlichen haben bereits Cannabis probiert. Fünfzehn Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig – Tendenz steigend. Siebzehn Prozent zeigen psychische Auffälligkeiten, und weitere fünfzehn Prozent weisen Hinweise auf eine problematische Internetnutzung auf.

Hinter jeder dieser Prozentzahlen stehen echte Kinder. Kinder, die in Düsseldorf, in Nordrhein-Westfalen, in ganz Deutschland aufwachsen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt diese Entwicklung in ihren regelmäßigen Studien und Expertisen – und sie benennt zugleich den wirksamsten Gegenentwurf: die frühe Förderung von Lebenskompetenzen.

Warum Suchtprävention schon in der Grundschule?

Die Antwort liegt in der Entwicklungspsychologie. Zwischen sechs und zehn Jahren werden die Weichen gestellt: In diesem Alter formen Kinder ihr Selbstbild, ihre Gewohnheiten und ihre Strategien im Umgang mit Frust, Streit und Gruppendruck. Und – das ist der entscheidende Punkt – sie haben in aller Regel noch keinen Kontakt zu Alkohol, Tabak oder anderen Suchtmitteln gehabt. Prävention trifft hier also nicht auf bereits eingeübte Muster, die mühsam korrigiert werden müssten, sondern auf offene, neugierige Kinder, die Schutzfaktoren erst noch aufbauen. Wer wartet, bis die Pubertät begonnen hat, kommt oft zu spät: Dann konkurriert jede Präventionsbotschaft bereits mit den ersten eigenen Erfahrungen, mit Cliquen und mit dem Wunsch, dazuzugehören.

Was die Forschung sagt: Prävention wirkt und Suchtprävention umso mehr – wenn sie früh beginnt

Die BZgA-Expertise zur Suchtprävention kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Lebenskompetenzprogramme wirken gerade in der Grundschule – und dort häufig nachhaltiger als in höheren Klassenstufen. Kinder, die früh lernen, ihre Gefühle einzuordnen, Probleme zu lösen und Gruppendruck standzuhalten, greifen später seltener zu Suchtmitteln. Auch das Schulministerium Nordrhein-Westfalen setzt in seinen Leitlinien zur schulischen Suchtprävention genau auf diesen Ansatz: Lebenskompetenzen stärken, bevor der erste Kontakt mit Suchtmitteln überhaupt stattfindet.

Der Grund ist so einfach wie einleuchtend: Gewaltprävention und Suchtvorbeugung funktionieren nicht als Verbotskatalog. Erhobene Zeigefinger prallen an Kindern ab. Was bleibt, sind Selbstvertrauen, Körperwissen und soziale Stärke – Fähigkeiten, die man nicht verordnen, sondern nur behutsam aufbauen kann. Über vier Grundschuljahre hinweg. Genau das leistet Klasse 2000.

Ein Abend aus erster Hand: Dr. med. Caroline Bentgens zu Gast beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Dr. med. Caroline Bentgens - regionale Koordinatorin für NRW Klasse2000
Dr. med. Caroline Bentgens - regionale Koordinatorin für NRW Klasse2000

Es gibt Themen, über die man in der Zeitung liest. Und es gibt Themen, die einem eine Expertin persönlich erklärt – mit allen Zwischentönen, Rückfragen und Details, die kein Artikel transportieren kann. Am [DATUM] gehörten die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa zur zweiten, deutlich privilegierteren Gruppe: Dr. med. Caroline Bentgens von der Initiative Klasse 2000 nahm sich einen ganzen Abend Zeit, um das Programm vorzustellen, das an Grundschulen in ganz Deutschland Kinder stark macht.

Dass eine Ärztin über Prävention spricht, ist dabei kein Zufall, sondern Programm: Wer täglich mit den Folgen von Sucht, Bewegungsmangel und seelischer Überlastung konfrontiert ist, redet anders über Vorbeugung als jede Broschüre. Sachlich, wo Zahlen gefragt sind. Eindringlich, wo es um Kinderschicksale geht. Und erfrischend ehrlich bei der Frage, was Schule leisten kann – und was nicht. Genau diese Mischung machte den Abend aus: kein Werbevortrag, sondern eine fundierte Einordnung mit Raum für kritische Nachfragen aus dem Kreis der Mitglieder.

Die Idee hinter dem Programm ist so wichtig wie das große Einmaleins: stark und gesund durch die Grundschulzeit zu kommen. Das Herzstück heißt KLARO – eine sonnengelb-optimistische Symbolfigur, die Kinder vier Jahre lang begleitet. Es gibt eine App, es gibt T-Shirts, es gibt Hefte und Spiele. Vor allem aber gibt es einen klar durchdachten pädagogischen Plan mit einem Ziel: Grundschülern neben Lesen, Schreiben und Rechnen etwas beizubringen, das nirgendwo auf dem Zeugnis steht und trotzdem über Lebenswege entscheidet – Gesundheits- und Lebenskompetenzen.

Selbstverständlich ist das nämlich nicht. Wie der Körper überhaupt funktioniert und was ihm guttut. Wie wichtig Gesundheit ist und was man selbst dafür tun kann. Wie Kinder für sich selbst sorgen und gleichzeitig gut mit anderen umgehen. Dahinter stehen die großen Themen des Programms: gesund essen und trinken, bewegen und entspannen, sich selbst mögen und Freunde haben, Probleme und Konflikte lösen, kritisch denken und auch mal Nein sagen.

KLARO: Vier Jahre, vier Etappen – so funktioniert Klasse 2000

Dr. Bentgens führte die Zuhörer durch den Aufbau des Programms – und spätestens hier wurde deutlich, warum Klasse 2000 kein Aktionstag mit Luftballons ist, sondern ein wissenschaftlich fundiertes Langzeitprogramm. Pro Schuljahr sind zehn bis fünfzehn Unterrichtsstunden vorgesehen, fächerübergreifend verankert: zwei bis drei Stunden gestalten speziell geschulte Gesundheitsförderinnen und Gesundheitsförderer, acht bis zwölf Stunden übernehmen die Lehrkräfte. Ergänzt wird das Ganze durch Materialien für Eltern sowie digitale Angebote im KLARO-Labor und in der KLARO-App.

Gesund mit KLARO – das erste Schuljahr

Die Kinder lernen KLARO kennen und entdecken, wie die Atmung funktioniert und wie man mit der KLARO-Atmung entspannen kann. Warum Bewegung guttut und wie man ganz einfach mehr davon in den Alltag bringt. Warum Wasser der beste Durstlöscher ist – und wie man freundlich miteinander umgeht.

Fit mit KLARO – das zweite Schuljahr

Jetzt geht es um die Verdauung und darum, was gesunde Ernährung eigentlich ausmacht. Die Kinder lernen, wie man richtig entspannt, warum Gefühle wichtig sind und wie sie mit unangenehmen Gefühlen umgehen können – eine Kompetenz, an der bekanntlich auch mancher Erwachsene noch arbeitet.

Stark mit KLARO – das dritte Schuljahr

Im dritten Jahr stehen Teams und Zusammenarbeit im Mittelpunkt: Wie spricht man miteinander, damit sich alle in der Klasse wohlfühlen? Wie löst man Konflikte ohne Gewalt? Dazu kommen Herz und Blutkreislauf – und die Erkenntnis, dass Ernährung, Bewegung und Entspannung einen untrennbaren Dreiklang bilden.

Schlau mit KLARO – das vierte Schuljahr

Zum Abschluss wird es strategisch: Die Kinder erfahren, wie das Gehirn funktioniert und wie es beim Lernen hilft. Mit welchen Tricks Werbung arbeitet. Warum Rauchen und Alkohol schaden. Wie man bei Gruppendruck Nein sagt und warum Bildschirmzeit Grenzen braucht. Am Ende steht ein Rucksack voller Kompetenzen für den Wechsel auf die weiterführende Schule – genau in dem Alter, in dem die ersten Versuchungen warten.

Wissenschaftlich geprüft, nicht nur gut gemeint

Klasse 2000 wird kontinuierlich wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Studien unabhängiger Forschungsinstitute – darunter eine Untersuchung der Universität Bielefeld – belegen positive Wirkungen bereits im Grundschulalter, etwa auf den Konsum von Gemüse, Obst und Wasser sowie auf einen aktiven Schulweg. Auch im Jugendalter zeigen sich nachweisbare Effekte, vor allem beim Rauchen sowie beim Alkohol- und Cannabiskonsum. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Studienergebnisse auf der offiziellen Seite des Programms unter klasse2000.de.

Lions und Klasse 2000: Eine Verbindung mit Geschichte

Was viele an diesem Abend besonders berührte: Klasse 2000 ist keine fremde Initiative, die um Unterstützung wirbt. Sie ist ein Stück Lions-Geschichte. Erfunden wurde das Programm 1991 von Univ.-Doz. Dr. med. Pál Bölcskei, Lions-Mitglied und Chefarzt der Lungenheilkunde am Klinikum Nürnberg. In seinem Klinikalltag begegnete er täglich Menschen, die durch das Rauchen schwer erkrankt waren. Seine Konsequenz: Kinder müssen ihren Körper kennen und schätzen lernen, bevor sie zum ersten Mal mit Suchtmitteln in Berührung kommen. Der Name des Programms geht übrigens auf die damalige Kampagne der Weltgesundheitsorganisation zurück: „Mehr Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“.

Aus 234 Klassen in Bayern wurde eine bundesweite Bewegung. Seit 2004 empfiehlt der Governorrat der deutschen Lions das Programm offiziell für die Grundschule, und heute unterstützen mehr als 590 Lions Clubs in ganz Deutschland Klasse 2000 – finanziell und ideell. Etwa zwei Drittel aller Patenschaften werden von Lions Clubs getragen. Eine Patenschaft kostet 250 Euro pro Klasse und Schuljahr – ein überschaubarer Betrag, der vier Jahre lang Wirkung entfaltet. Klasse 2000 und die Lions sind also gute Bekannte. Oder besser noch: Freunde.

Und in Düsseldorf?

Auch dazu hatte Dr. Bentgens beeindruckende Zahlen mitgebracht: In Düsseldorf nehmen aktuell 25 Grundschulen am Programm teil. Das sind 173 Klassen, betreut von 16 Gesundheitsförderinnen. Über 4.000 Düsseldorfer Grundschulkinder lernen so Jahr für Jahr, was es heißt, stark und gesund aufzuwachsen. Ein klarer Beweis für die Kraft einer Idee – mitten in unserer Stadt.

Man muss sich das einmal vor Augen führen: Ein Chefarzt aus Nürnberg beschließt vor über drei Jahrzehnten, dass Kinder ihren Körper kennen sollen, bevor sie ihn gefährden. Und heute sitzen deshalb Düsseldorfer Erstklässler im Sitzkreis, üben die KLARO-Atmung und lernen, dass Wasser der beste Durstlöscher ist. Wenn es einen Beleg dafür gibt, dass Engagement Generationen überdauern kann, dann diesen. Und welche Initiative könnte besser zu einem Lions Club passen als eine, die das Wichtigste stärkt, was wir haben: unsere Kinder.

Warum solche Abende das Clubleben so besonders machen

Man hätte an diesem Abend eine Stecknadel fallen hören können. Wer in die Gesichter der Anwesenden blickte, sah konzentrierte Aufmerksamkeit, hier und da ein nachdenkliches Nicken – und am Ende strahlende Augen und viele Fragen. Denn genau dafür gibt es das Clubleben beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa: Wissen aus erster Hand, von Expertinnen und Experten, die sich Zeit nehmen. Kein Podcast, kein Erklärvideo, sondern ein echter Dialog mit einer Medizinerin, die täglich erlebt, was Prävention bewirken kann.

Es ist ein Privileg, das nachwirkt. Solche Vorträge stehen keinem Publikum offen – sie sind den Mitgliedern und ihren Gästen vorbehalten. Und viele Mitglieder beschreiben genau dieses Gefühl: eine stille Dankbarkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der man nicht nur Gutes tut, sondern dabei auch selbst wächst. Das Lions-Motto „Treffen, Helfen, Lernen“ ist an solchen Abenden keine Formel, sondern gelebte Wirklichkeit: Man trifft sich unter Freunden, man lernt von den Besten – und man versteht danach besser, warum das Helfen so wichtig ist.

Für den Lions Club Düsseldorf Barbarossa schließt sich dabei ein Kreis. Der Club setzt sich mit seinen Activities seit jeher für Kinder in prekären Lebenssituationen ein – vom Weckmann-Verkauf bis zur Unterstützung Düsseldorfer Kinderhilfsprojekte. Ein Programm, das Kinder stark gegen Sucht und Gewalt macht, trifft den Kern dessen, wofür dieser Club steht: Wohltätigkeit, die nicht bei der Spende endet, sondern Zukunft gestaltet. „We serve“ – wir dienen – ist eben mehr als ein Leitspruch.

Neugierig geworden? Erleben Sie das Clubleben selbst

Vorträge wie dieser sind kein Einzelfall, sondern fester Bestandteil des Clubjahres: Referentinnen und Referenten aus Medizin, Technik, Kunst und Wirtschaft geben den Mitgliedern regelmäßig Einblicke, die man so nirgendwo sonst bekommt. Wenn Sie neugierig und engagiert sind und in einer starken Gemeinschaft aktiv helfen möchten, lernen Sie uns kennen – unverbindlich, zum Beispiel bei einem Vortragsabend. Der einfachste Weg führt über unsere Webseite: Nehmen Sie Kontakt auf und werden Sie Teil einer Gemeinschaft, die Düsseldorfer Kindern echte Chancen schenkt. Wir freuen uns auf Sie.

Im Garten des Licht-Poeten: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa zu Gast bei ZERO-Künstler Heinz Mack

Im Garten des Licht-Poeten: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa zu Gast bei ZERO-Künstler Heinz Mack

Es gibt Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Orte, an denen Kunstgeschichte nicht hinter Glas liegt, sondern zwischen Obstbäumen, Hecken und Wiesen steht. Der private Skulpturengarten von Heinz Mack am Rande von Mönchengladbach ist so ein Ort. Wer hier durch das Tor tritt, betritt das persönliche Reich eines Mannes, der die deutsche Nachkriegskunst geprägt hat wie kaum ein anderer. Am 30. April 2026 öffnete sich dieses Tor für den Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Was als exklusive Gartenführung geplant war, wurde zu einem Nachmittag, den keiner der Teilnehmenden so schnell vergessen wird. Denn am Ende stand eine Begegnung, die niemand vorhersehen konnte: mit dem Künstler selbst.

Heinz Mack: Der Poet des Lichts und ein Jahrhundert Kunstgeschichte

„Colors turn around" von Heinz Mack-limitierte Farbserigrafie (Siebdruck)
Colors turn around" von Heinz Mack-limitierte Farbserigrafie (Siebdruck)

Wer über deutsche Kunst nach 1945 spricht, kommt an Heinz Mack nicht vorbei. Geboren 1931 im hessischen Lollar, studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde zu einem der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst und der Lichtkunst weltweit. Seine Bilder mit ihrer unverwechselbaren Farb- und Formenwelt erkennt man auf den ersten Blick. Seine Stelen aus Granit, Stein, Edelstahl und Marmor stehen auf öffentlichen Plätzen und in Museen rund um den Globus. Man nennt ihn den Poeten des Lichts, weil Licht das eigentliche Material seiner Kunst ist: Alles, was Mack schafft, reflektiert, bricht, verstärkt und feiert das Licht.

Das Erstaunlichste an diesem Künstler ist jedoch nicht sein Werk allein. Es ist seine ungebrochene Schaffenskraft. Im stolzen Alter von 95 Jahren steht Heinz Mack noch immer täglich in seinem Atelier in Mönchengladbach und arbeitet an neuen Werken. Genau dorthin, in das private Refugium des Künstlers und seiner Familie, führte der Ausflug des Lions Club Düsseldorf Barbarossa.

ZERO: Als die Kunst bei null anfing

Um zu verstehen, welche Bedeutung dieser Besuch hat, lohnt ein Blick zurück. Ende der 1950er Jahre suchte eine junge Künstlergeneration in Düsseldorf nach einem radikalen Neuanfang. Die Kunst der Nachkriegszeit erschien ihnen mit zu viel seelischem Ballast befrachtet. Gemeinsam mit Otto Piene begründete Heinz Mack ab 1957 die legendäre Künstlerbewegung ZERO; als offizielles Gründungsdatum gilt meist der 24. April 1958, an dem die siebte Abendausstellung stattfand und die erste Ausgabe der Zeitschrift ZERO erschien. 1961 stieß Günther Uecker als drittes Kernmitglied hinzu, und mit Yves Klein aus Frankreich gewann die Bewegung zusätzliche internationale Strahlkraft.

Der Name war Programm: ZERO stand für die Stunde null, für den Neubeginn ohne die Lasten der Vergangenheit. Statt schwerer Ölfarben und dramatischer Gesten setzten die ZERO-Künstler auf Licht, Bewegung, Struktur und Reinheit. Was in einem Düsseldorfer Hinterhofatelier begann, gilt heute als eine der wichtigsten internationalen Avantgardebewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Große Retrospektiven, etwa 2014 im Solomon R. Guggenheim Museum in New York, haben diesen Rang eindrucksvoll bestätigt.

Düsseldorf als Wiege von ZERO: Kunstgeschichte vor der eigenen Haustür

Für einen Club aus Düsseldorf hat dieser Besuch eine besondere Pointe: Die ZERO-Bewegung ist ein Stück Düsseldorfer Stadtgeschichte. In einem Atelier an der Gladbacher Straße fanden ab 1957 die legendären Abendausstellungen statt, aus denen die Bewegung hervorging. Bis heute erinnert die ZERO foundation, die Mack, Piene und Uecker 2008 gemeinsam mit der Stiftung Museum Kunstpalast gründeten, an dieses Kapitel der Stadt. Wer als Düsseldorfer durch den Skulpturengarten von Heinz Mack geht, begegnet also nicht nur Weltkunst, sondern auch einem Teil der eigenen Heimatgeschichte. Kaum eine andere deutsche Stadt hat der internationalen Nachkriegskunst einen vergleichbaren Impuls gegeben, und der Lions Club Düsseldorf Barbarossa stand an diesem Nachmittag mittendrin.

Zick-Zack-Stele im Skulpturenpark Mönchengladbach

Die legendären Sahara-Projekte: Kunst am Rande des Möglichen

Einem breiten Publikum wurde Heinz Mack durch ein Vorhaben bekannt, das an Kühnheit bis heute seinesgleichen sucht: das Sahara-Projekt. Bereits um 1959 entwarf Mack die Vision eines künstlichen Gartens in der Wüste, die er 1961 erstmals publizierte. Ab 1968 setzte er sie in die Tat um: Er installierte riesige Lichtstelen von bis zu elf Metern Höhe in der tunesischen, später auch in der algerischen Wüste. Der junge, kaum zu bremsende Künstler fotografierte diese einmaligen Kompositionen aus Sand, Metall und Licht in allen Stimmungen des Tages, vom gleißenden Mittag bis zum glühenden Abendrot. Die Ergebnisse waren sensationell. Die auflagenstarke Zeitschrift Stern machte die Bilder einer breiten Öffentlichkeit bekannt und verwandelte den Avantgardisten in eine öffentliche Figur.

The Sky Over Nine Columns: Gold über Venedig

Dass Macks Schaffenskraft auch im hohen Alter keine Pause kennt, bewies er 2014 in Venedig. Auf der kleinen Insel San Giorgio Maggiore, direkt gegenüber dem Markusplatz, enthüllte er sein monumentales Werk The Sky Over Nine Columns: neun über sieben Meter hohe Säulen, verkleidet mit insgesamt 850.000 goldenen Mosaiksteinen. Im Wechselspiel von Sonne, Wasser und Gold reflektierten die Kolonnen das Licht der Lagune. Wer sonst als der Poet des Lichts hätte ein solches Werk schaffen können?

Der Skulpturengarten in Mönchengladbach: Ein Ort, den man nicht einfach besuchen kann

So bekannt Macks Werke in den großen Museen der Welt sind, so verborgen ist der Ort, an dem viele von ihnen entstehen und leben: der Skulpturengarten am Haus Mack in Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich nicht um ein öffentliches Museum mit Öffnungszeiten und Ticketschalter, sondern um das private Anwesen des Künstlers und seiner Familie. Zutritt erhält nur, wer eingeladen wird. Genau darin liegt der besondere Reiz dieses Nachmittags: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa erhielt einen Zugang, der den allermeisten Kunstfreunden verwehrt bleibt.

Heinz Macks Steinskulpturen aus schwarzem Granit

Möglich wurde dieser exklusive Besuch durch die Präsidentin des Clubjahres 2025/2026, Beate Herzbruch, die private Kontakte zum Haus Mack pflegt. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie im Clubleben persönliche Verbindungen zu gemeinsamen Erlebnissen werden, die ein Einzelner so nie organisieren könnte.

Marmor aus Carrara, Edelstahl und Glas: Die Materialien des Meisters

In der großzügigen Gartenlandschaft stehen sie dann: die Stelen, Monumente aus Granit, Stein, Beton, Edelstahl, Glas und vor allem aus Marmor aus Carrara und anderen berühmten Herkunftsgebieten. Jedes Objekt ist ein kunstvoll bearbeiteter Block oder eine Säule, deren Botschaft sich manchmal erst auf den zweiten Blick verrät. Zwischen Bäumen und Rasenflächen entfalten die Skulpturen eine Wirkung, die kein Museumssaal erzeugen kann: Das Tageslicht wandert über die polierten Flächen, der Wind bewegt die Schatten, die Natur wird zur Bühne der Kunst.

Kunst unter freiem Himmel: Warum dieser Garten das bessere Museum ist

Ein Museum zeigt Kunst. Ein Garten lässt sie leben. Im Skulpturengarten von Heinz Mack sind die Werke keinem klimatisierten Stillstand ausgesetzt, sondern dem echten Leben: Regen, Sonne, Jahreszeiten. Genau dafür sind sie gemacht. Eine polierte Edelstahlstele sieht am wolkenverhangenen Vormittag völlig anders aus als im goldenen Abendlicht. Für den Poeten des Lichts ist das kein Nebeneffekt, sondern der Kern seiner Kunst: Das Werk vollendet sich erst im wechselnden Licht. Die Besucherinnen und Besucher des Lions Club Düsseldorf Barbarossa erlebten an diesem Nachmittag also nicht eine Ausstellung, sondern ein Zusammenspiel aus Natur, Material und Licht, das sich in dieser Form nirgendwo sonst wiederholen lässt.

Eine private Führung mit Ute Mack und Dr. Sophia Sotke

Durch den Garten führten an diesem Nachmittag zwei Frauen, die das Werk des Künstlers besser kennen als jeder Katalog: Ute Mack, die Ehefrau des Künstlers, und Dr. Sophia Sotke, Kunsthistorikerin und ausgewiesene Mack-Expertin. Sie erklärten einzelne Werke, betonten die Materialien und öffneten den Blick für Details, an denen man sonst achtlos vorbeigegangen wäre.

Ein Moment blieb besonders haften: Ute Mack wies auf die gelegentlich gebrochenen Ränder einer ansonsten makellos glatt polierten Marmorskulptur hin. Diese bewusst belassenen Bruchkanten symbolisieren die Brüche des Lebens, die ungeschliffenen, markanten Stellen eines Individuums. Ein leiser, fast philosophischer Gedanke, der viele Teilnehmende noch auf der Heimfahrt beschäftigte: Vollkommenheit entsteht nicht durch Makellosigkeit, sondern durch die Spuren, die das Leben hinterlässt.

Die unerwartete Begegnung: Wenn der Künstler selbst dazukommt

Und dann geschah das, was diesen Nachmittag endgültig unvergesslich machte. Nicht geplant, weil nicht vorhersehbar: Heinz Mack war in seinem Atelier, so wie an fast jedem Tag. Der 95-jährige Künstler ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu begrüßen, allen voran Präsidentin Beate Herzbruch.

Mack plauderte gut gelaunt über seine Werke, aber auch über die Lions-Idee, denn er war vor vielen Jahren selbst einmal Lions-Mitglied. Er erzählte die Anekdote über einen Riesensteinblock auf der Kölner Domplatte und lud die Gruppe schließlich sogar zu einem kleinen Rundgang durch sein Atelier ein. Dort, zwischen Leinwänden, Farben und Werkzeugen, erhielten die Gäste einen unmittelbaren Eindruck seiner aktuellen Bilder- und Farbwelten, Kunst im Entstehen, aus nächster Nähe.

Eine kleine Beobachtung am Rande, die mehr über diesen Mann erzählt als jede Biografie: Auf seinen mittelblauen Lederslippern prangten zwei herrlich frischgrüne Farbkleckse. Der Meister arbeitet. Jeden Tag. Mit 95 Jahren. Wer an diesem Nachmittag dabei war, hat verstanden, was Leidenschaft bedeutet.

Man muss sich diesen Moment vor Augen führen, um die Besonderheit zu begreifen. Werke von Heinz Mack hängen im Centre Pompidou, im Guggenheim, in den großen Sammlungen der Welt. Millionen Menschen haben seine Kunst gesehen. Aber nur sehr wenige haben je mit ihm in seinem eigenen Garten gestanden, seinen Anekdoten gelauscht und einen Blick in sein Atelier werfen dürfen. Für die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa war dieser Nachmittag deshalb weit mehr als ein Ausflug: Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei denen Kunstgeschichte für einen Moment persönlich wird und aus einem berühmten Namen ein Mensch mit Farbklecksen auf den Schuhen.

Treffen, Helfen, Lernen: Was solche Erlebnisse mit dem Clubleben zu tun haben

Kein Nachmittag wie jeder andere. Aber vielleicht ein Nachmittag, wie er typisch ist für den Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Das Motto des Clubs lautet Treffen, Helfen, Lernen, und alle drei Worte wurden an diesem Tag mit Leben gefüllt: das Treffen in einer Gemeinschaft von Menschen, die sich füreinander und für die Welt interessieren; das Lernen über Kunstgeschichte, Material und ein außergewöhnliches Künstlerleben; und das Helfen, das als gemeinsamer Zweck alles verbindet, was der Club unternimmt.

Der Vorstand organisiert für die Mitglieder immer wieder bemerkenswerte Programme: Vorträge im Clubheim, Referate von Fachleuten aus Wirtschaft, Technik und Kultur, Reisen und eben Führungen an Orten, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben. Wer an einem solchen Nachmittag zwischen den Stelen eines Jahrhundertkünstlers steht und ihm anschließend die Hand schütteln darf, spürt eine tiefe Dankbarkeit, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Es sind genau diese Momente, die aus einem Serviceclub eine zweite Heimat machen.

Solche Nachmittage stehen nicht allein. Ob Vorträge über Technik und Wirtschaft, Reisen wie die gemeinsame Weinreise an die Mosel oder Führungen an außergewöhnlichen Orten: Das Clubleben des Lions Club Düsseldorf Barbarossa lebt von der Neugier seiner Mitglieder und von dem Anspruch, immer wieder Neues zu entdecken. Und es lebt von Dankbarkeit, denn wer solche Erlebnisse geschenkt bekommt, gibt gern etwas zurück.

Warum Kultur und Wohltätigkeit zusammengehören

Man könnte fragen: Was hat ein Kunstausflug mit Wohltätigkeit zu tun? Die Antwort ist einfach. Das Herzstück des Lions Club Düsseldorf Barbarossa sind seine Activities, also Hilfsaktionen, mit denen der Club vor allem Kinder in prekären Lebenssituationen in Düsseldorf und Umgebung unterstützt. Dieses Engagement lebt von Menschen, die Zeit, Energie und Herzblut investieren. Erlebnisse wie der Besuch bei Heinz Mack sind der Kitt, der diese Gemeinschaft zusammenhält: Sie schaffen Freundschaften, gemeinsame Erinnerungen und die Motivation, sich immer wieder für andere einzusetzen. Ein Club, der zusammen staunt, hilft auch zusammen besser.

Und noch etwas verbindet den Künstler und den Club: die Haltung. Heinz Mack hat sein Leben lang daran geglaubt, dass man bei null anfangen und trotzdem Großes schaffen kann. Genau diese Zuversicht braucht es auch im Ehrenamt. Jede Activity beginnt bei null, mit einer Idee, ein paar engagierten Menschen und dem festen Willen, etwas zu bewegen.

Mitglied werden: Ihr Weg zum Lions Club Düsseldorf Barbarossa

Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist zurzeit offen für neugierige und wissbegierige Menschen, die gleichzeitig in einer Gemeinschaft mitarbeiten wollen, um hilfsbedürftigen Gruppen aktiv zu helfen. Wer sich für Kunst, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft interessiert, wer lieber anpackt als zuschaut und wer Gemeinschaft nicht nur konsumieren, sondern gestalten möchte, findet hier den richtigen Ort.

Ein Abend im Clubheim, ein Vortrag, ein Gespräch: Der erste Schritt ist unkompliziert. Nehmen Sie Kontakt auf und lernen Sie den Club unverbindlich kennen. Vielleicht stehen Sie beim nächsten außergewöhnlichen Ausflug schon selbst zwischen den Kunstwerken und denken: So etwas erlebt man nur hier. Herzlich willkommen beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Jetzt engagieren, wir freuen uns auf Sie.

Wenn Pakete Flügel bekommen: Wie jede Nacht in Köln/Bonn ein Logistik-Wunder geschieht

Wenn Pakete Flügel bekommen: Wie jede Nacht in Köln/Bonn ein Logistik-Wunder geschieht

und warum der Vortrag beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa begeisterte

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Es ist 23 Uhr. In vielen Häusern zwischen Düsseldorf, Köln und Bonn gehen die Lichter aus. Auf dem Frachtgelände des Flughafen Köln/Bonn beginnt in diesem Moment das genaue Gegenteil von Ruhe. Rollfelder, Ladezonen, Förderanlagen, Scanner, Frachtcontainer und Fahrzeuge greifen ineinander wie Zahnräder in einem Uhrwerk, das keine Verzögerung duldet. Wer diesen Ort in der Nacht erlebt, blickt nicht nur auf Technik. Er blickt auf ein Logistik-Wunder, das jede Nacht neu gestartet werden muss – präzise, schnell und nahezu fehlerfrei.

Was tagsüber wie ein normaler Paketversand wirkt, entpuppt sich nachts als hochkomplexes System internationaler Luftfracht. Im Zentrum steht der UPS-Standort in Köln/Bonn, einer der wichtigsten Knotenpunkte des Unternehmens in Europa. Hier entscheidet sich in wenigen Stunden, ob Bauteile für Produktionslinien pünktlich ankommen, ob medizinische Sendungen rechtzeitig weitergeleitet werden und ob globale Warenströme nicht ins Stocken geraten. Genau diese Welt wurde in einem eindrucksvollen Vortrag greifbar – sachlich erklärt, anschaulich erzählt und mit einer Wucht, die im Raum deutlich zu spüren war.

Wenn die Stadt schläft, beginnt das präziseste Schauspiel der Nacht

Wer nur an das einzelne Paket vor der eigenen Haustür denkt, unterschätzt die Dimension dessen, was in Köln/Bonn tatsächlich geschieht. In der nächtlichen Sortierphase, so die im Vortrag genannten Größenordnungen, arbeiten gut 3.500 Menschen nahezu zeitgleich daran, ankommende und abgehende Warenströme in Bewegung zu halten. Innerhalb eines engen Zeitfensters werden 48 Flugzeuge entladen und wieder beladen, parallel dazu rund 300 Lkw disponiert und auf die Straße geschickt. Über eine Bandanlage von etwa 62 Kilometern Länge laufen dabei bis zu 202.000 Pakete pro Stunde – rechnerisch rund 56 Sendungen in jeder einzelnen Sekunde.

Diese Zahlen beeindrucken nicht nur, weil sie groß sind. Sie beeindrucken, weil sie eine einzige Botschaft transportieren: Moderne Expresslogistik ist keine lineare Transportleistung, sondern eine perfekt getaktete Choreografie. Jede Minute zählt, jede Schnittstelle muss funktionieren, jeder Fehler vervielfacht sich im System. Ein verspätetes Flugzeug, ein falsch zugeordneter Container oder eine Störung auf der Fördertechnik würden nicht isoliert bleiben. Sie würden sich entlang der gesamten Supply Chain fortpflanzen. Genau deshalb wirkt der nächtliche Betrieb am Hub weniger wie Lagerlogistik und mehr wie eine Hochleistungs-Operation unter Echtzeitbedingungen.

Die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa hören dem Vortrag von Martin Wasinger gespannt zu.
Die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa hören dem Vortrag von Martin Wasinger gespannt zu.

Warum Köln/Bonn für UPS strategisch so wichtig ist

Die Lage im Herzen Europas

Dass ausgerechnet Köln/Bonn zu einem zentralen Standort für UPS geworden ist, ist kein Zufall. Die Region liegt in einer der wirtschaftsstärksten Zonen Europas. Von hier aus sind Ballungsräume, Industriegebiete, Autobahnachsen und internationale Märkte in kurzer Zeit erreichbar. Für ein Unternehmen, das Geschwindigkeit verkauft, ist diese Lage Gold wert. Der Standort verbindet Welthandel, regionale Verteilung und internationale Netzwerke auf engem Raum.

Laut Flughafenbetreiber ist Köln/Bonn nicht nur das logistische Herz Nordrhein-Westfalens, sondern auch einer der größten Frachtflughäfen Europas. Hinzu kommt ein weiterer Standortvorteil: An kaum einem anderen deutschen Flughafen verdichten sich die Interessen der großen Express- und Frachtakteure so stark. Das schafft Nähe zu Netzwerken, Dienstleistungen, Zollprozessen und Infrastruktur, die für schnelle Umläufe unverzichtbar sind. Wer in dieser Umgebung operiert, profitiert nicht bloß von Beton und Runways, sondern von einem kompletten Ökosystem für zeitsensible Transporte.

Gerade für Branchen wie Maschinenbau, Automobilzulieferung, Halbleitertechnik, Chemie, Medizintechnik oder Pharma zählt nicht nur die reine Transportzeit. Entscheidend ist die Verlässlichkeit. Produktionslinien warten nicht gern, Ersatzteile dürfen nicht irgendwo festhängen, sensible Waren müssen pünktlich weiterlaufen. Köln/Bonn ist deshalb nicht einfach ein Flughafenstandort. Er ist ein Taktgeber im europäischen Wirtschaftsraum.

Der Faktor Nachtflug

Hinzu kommt ein Standortvorteil, der im internationalen Wettbewerb enorm ist: der Nachtflug beziehungsweise die 24/7-Betriebsmöglichkeit des Flughafens. Für einen Hub, dessen stärkste Phase zwischen späten Abendstunden und den frühen Morgenstunden liegt, ist das keine Randnotiz, sondern die Grundlage des gesamten Geschäftsmodells. Pakete kommen nachts an, werden sortiert, neu verteilt und fliegen oder fahren wenige Stunden später bereits weiter. Die Nacht ist hier nicht Leerlauf, sondern Produktivzeit.

Gerade darin liegt eine der entscheidenden Einsichten des Themas: Viele Menschen schlafen, während die globalisierte Wirtschaft auf Hochtouren läuft. Der Standort Köln/Bonn nutzt dieses nächtliche Zeitfenster als strategischen Hebel. Was von außen unspektakulär wirkt, ist im Kern ein Wettbewerbsvorteil mit enormer wirtschaftlicher Hebelwirkung.

Wetter als unterschätzter Standortfaktor

Ein weiterer Punkt, der im Vortrag fast beiläufig auftauchte und gerade deshalb hängen blieb, ist das Wetter. Die rheinische Tiefebene gilt als vergleichsweise verlässlich, Nebel, Eis und Schnee treten seltener in der Intensität auf, wie man sie von anderen Standorten kennt. Für die UPS Köln/Bonn-Operation ist das mehr als eine meteorologische Fußnote. Ein Hub lebt von Stabilität. Wer enge Taktungen plant, kalkuliert nicht nur mit Infrastruktur, sondern auch mit Ausfallrisiken. Verlässliches Wetter ist deshalb am Ende nichts Romantisches, sondern harte Betriebsökonomie.

Was in wenigen Stunden tatsächlich passiert

Vom Rollfeld auf das Band – und wieder hinaus in die Welt

Die eigentliche Faszination liegt im Ablauf. Flugzeuge landen, Container werden entladen, Sendungen erfasst, sortiert, neu gebündelt und wieder auf Fahrzeuge oder in andere Flugzeuge verteilt. Das klingt in einem Satz einfach. In Wahrheit handelt es sich um einen Prozess, in dem Menschen, IT-Systeme, Fördertechnik, Sicherheitsvorgaben und Zeitfenster auf die Sekunde ineinandergreifen müssen. Die operative Leistung besteht nicht nur darin, viel zu bewegen. Sie besteht darin, die richtige Sendung im richtigen Moment an die richtige Stelle zu bringen.

Hinzu kommt der Faktor Zoll und Sicherheit. Internationale Sendungen müssen nicht nur schnell, sondern auch regelkonform durch das System laufen. Dokumentation, Kontrolle, Zuordnung und Weiterleitung sind deshalb kein Anhängsel, sondern Teil der Hauptleistung. Die eigentliche Stärke eines Hubs zeigt sich genau dort, wo hohe Geschwindigkeit mit regulatorischer Verlässlichkeit zusammenfinden muss.

Wer an Paketsortierung denkt, denkt oft an ein Lagerregal oder an Fließbandroutine. In einem internationalen Luftfracht-Hub ist das Bild ein anderes. Hier entscheidet die Sortierung darüber, ob wirtschaftliche Abläufe in verschiedenen Ländern stabil bleiben. Das einzelne Paket ist Teil einer Bewegung, die weit größer ist als sein Karton.

Smalls, Normals, Irregulars – warum nicht jedes Paket gleich ist

Besonders spannend ist, dass „Paket“ eben nicht gleich „Paket“ ist. Bei UPS wird grundsätzlich zwischen Smalls, Normals und Irregulars unterschieden. Dazu kommen spezielle Kategorien wie Gefahrgut oder besonders sensible medizinische Sendungen. Diese Unterscheidung ist kein sprachliches Detail, sondern operatives Denken in Reinform. Kleine, standardisierte Sendungen laufen anders durch das System als sperrige, schwere oder empfindliche Güter.

Gerade an diesem Punkt wird sichtbar, wie stark moderne Logistik von Differenzierung lebt. Es geht nicht um Masse allein. Es geht um die Fähigkeit, sehr unterschiedliche Waren in einem einzigen Zeitfenster sicher, schnell und regelkonform zu bewegen. Je heterogener die Sendungen, desto höher die Anforderungen an Technik, Personal und Steuerung.

56 Pakete pro Sekunde – warum Tempo nur die halbe Wahrheit ist

Die im Vortrag genannte Zahl von bis zu 56 Paketen pro Sekunde wirkt fast absurd. Doch ihre eigentliche Bedeutung liegt nicht im Tempo, sondern in der Kombination aus Tempo und Präzision. Schnelligkeit ohne Struktur würde im Chaos enden. Der Hub funktioniert nur, weil das System gleichzeitig schnell, kontrolliert und belastbar ist. Genau darin steckt die eigentliche Qualität eines leistungsfähigen UPS Hub Köln/Bonn.

Man könnte sagen: Geschwindigkeit ist sichtbar, Präzision bleibt unsichtbar. Das Publikum des Abends spürte genau diesen Unterschied. Nicht das Spektakel machte Eindruck, sondern die Erkenntnis, dass hinter scheinbar banalen Alltagsabläufen ein extrem anspruchsvolles Betriebsmodell steckt.

Warum hinter jedem Paket mehr steckt als nur Logistik

Im Vortrag fiel ein Satz, der besonders nachhallte: Every parcel tells a story. Das ist weit mehr als ein sympathischer Claim. Es ist ein Perspektivwechsel. Hinter den nackten Mengen stehen reale Anwendungen, reale Unternehmen, reale Menschen. Da wartet ein Patient auf eine medizinische Lieferung. Dort braucht eine Schule Material, das Unterricht verbessert. Anderswo fehlt in einer Entwicklungsabteilung exakt jenes Bauteil, das den Prototypen eines neuen Produkts fertig macht.

Plötzlich bekommen Zahlen ein Gesicht. Luftfracht Köln/Bonn ist dann nicht mehr nur Infrastruktur, sondern Teil eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Versorgungsversprechens. Das macht das Thema emotionaler, als man zunächst vermuten würde. Denn die Faszination des Standorts liegt nicht nur in Maschinen, Förderbändern und Frachtflugzeugen. Sie liegt darin, dass dieses System täglich hilft, Unsichtbares möglich zu machen: Versorgung, Fortschritt, Produktion, Verlässlichkeit.

Gerade für den internationalen Welthandel ist das entscheidend. Wirtschaft funktioniert nicht nur über große Verträge und Strategiepapiere, sondern über Millionen mikropräziser Lieferbeziehungen. Ein fehlendes Teil kann eine ganze Kette verzögern. Eine pünktliche Sendung kann dagegen Prozesse stabilisieren, Risiken senken und Entscheidungen überhaupt erst möglich machen. Der Hub in Köln/Bonn ist damit nicht bloß Umschlagplatz, sondern Beschleuniger wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit.

 

Martin Wasinger gibt interessante Einblicke in das Luftfrachtgeschäft
Martin Wasinger gibt interessante Einblicke in das Luftfrachtgeschäft

Zukunft der Luftfracht: weniger Emissionen, mehr Intelligenz

Nachhaltigkeit als operative Pflicht

So beeindruckend der nächtliche Ablauf ist, so klar ist auch die Kehrseite: Fliegen verursacht Emissionen. Genau deshalb war es wichtig, dass der Vortrag nicht in Technikbegeisterung stehen blieb. Die Frage nach CO2, Effizienz und künftigen Lösungen gehört zwingend dazu. UPS arbeitet nach eigenen Angaben an einer nachhaltigeren Flotte, an alternativen Kraftstoffen, an Effizienzprogrammen und an neuen Technologien für Boden- und Luftoperationen. Das zeigt: Die Zukunft der Luftfracht wird nicht nur über Kapazität entschieden, sondern ebenso über ihre ökologische Akzeptanz.

Dabei geht es nicht um ein hübsches Nachhaltigkeitskapitel für Geschäftsberichte. Es geht um die Zukunftsfähigkeit des gesamten Geschäftsmodells. Wer internationale Expresslogistik langfristig betreiben will, muss Emissionen reduzieren, Energie intelligenter nutzen und Prozesse stetig verbessern. Geschwindigkeit allein reicht künftig nicht mehr als Leistungsversprechen.

Automatisierung, Daten und neue Technologien

Mindestens ebenso spannend ist die technologische Seite. Robotics, intelligente Steuerung, automatisierte Prozesse, datengetriebene Planung und neue Formen elektrischer oder alternativer Mobilität verändern die Branche bereits heute. Der Hub von morgen wird nicht einfach größer, sondern klüger. Er wird Störungen früher erkennen, Kapazitäten flexibler steuern und Ressourcen präziser einsetzen.

Gerade hierin steckt eine wichtige Botschaft des Abends: Moderne Logistik ist längst kein Hintergrundthema mehr. Sie ist Hochtechnologie. Wer globale Warenströme versteht, versteht auch einen relevanten Teil moderner Wirtschaft. Und wer einen Standort wie Köln/Bonn nachts vor Augen hat, erkennt, dass Innovation nicht nur in Laboren entsteht, sondern auch in Abläufen, die Millionen Menschen nie direkt sehen.

Ein Vortrag, der den Blick auf Alltag und Wirtschaft verändert

Der Referent Martin Wasinger, Air-Operations-Manager bei UPS, hielt sich nicht mit Pathos auf. Genau das machte den Abend so stark. Die Welt der Paket- und Luftfrachtlogistik wurde nicht heroisiert, sondern nachvollziehbar gemacht. Und gerade dadurch entstand Wirkung. Aus einer Branche, die viele nur vom Paketlabel kennen, wurde plötzlich ein faszinierendes System aus Präzision, Verantwortung und globaler Relevanz.

Im Raum war spürbar, wie sehr das Thema die Zuhörer in seinen Bann zog. Da war Staunen über die Dimensionen. Da war Respekt vor der operativen Leistung. Und da war dieses seltene Gefühl, nach einem Vortrag den Alltag anders zu sehen als vorher. Denn seit diesem Abend ist das Paket an der Haustür eben nicht mehr nur eine Sendung. Es ist das sichtbare Ende eines unsichtbaren, hochkomplexen Weges.

Genau solche Abende bleiben hängen. Nicht, weil sie laut sind, sondern weil sie den Horizont erweitern. Der Blick in die nächtliche Welt der Frachtflugzeuge, Förderbänder und Zeitfenster hat gezeigt, wie viel Können, Disziplin und Systemintelligenz nötig sind, damit globale Wirtschaft im Alltag zuverlässig funktioniert. Und genau das machte diesen Vortrag so eindrucksvoll: Er ließ ein verborgenes System sichtbar werden – und ein scheinbar nüchternes Thema erstaunlich lebendig.

Schlussgedanke

Wer über den Flughafen Köln/Bonn, über UPS Köln/Bonn, über Paketsortierung, Nachtflug und internationale Supply Chain spricht, spricht am Ende über weit mehr als Transport. Er spricht über Vertrauen in Abläufe, über ökonomische Resilienz und über die Kunst, Komplexität Nacht für Nacht beherrschbar zu machen. Selten wurde deutlicher, wie viel Zukunft in einem Paket steckt.

Quellen:

Die aktuelle Präsidentin Beate Herzbruch stellt den heutige Referenten Martin Wasinger vor.

Weil der Standort zentrale Verkehrsachsen, internationale Märkte und eine starke Wirtschaftsregion miteinander verbindet. Hinzu kommen die 24/7-Betriebsmöglichkeit des Flughafens sowie ein Umfeld, das für nächtliche Express- und Luftfrachtprozesse besonders geeignet ist.

In einem engen Zeitfenster landen und starten Frachtflugzeuge, Sendungen werden entladen, gescannt, sortiert, neu gebündelt und wieder auf Flugzeuge oder Lkw verteilt. Entscheidend ist die Kombination aus Tempo, Präzision, Sicherheit und regelkonformer Abwicklung.

Damit werden unterschiedliche Sendungstypen beschrieben. Smalls sind kleine Sendungen, Normals standardisierte Pakete, Irregulars Sondergrößen oder sperrige Güter. Dazu kommen sensible Kategorien wie medizinische Waren oder Gefahrgut.

Weil internationale Wirtschaft auf verlässliche, schnelle Lieferketten angewiesen ist. Ersatzteile, medizinische Produkte, Komponenten für Forschung oder Fertigung und zeitkritische Handelswaren müssen oft innerhalb sehr kurzer Fristen ankommen.

Eine große. UPS arbeitet laut eigenen Angaben an mehr Effizienz, alternativen Kraftstoffen, neuen Technologien und einer nachhaltigeren Flotte. Künftig wird sich die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfracht nicht nur an Geschwindigkeit, sondern auch an Emissionsreduktion und intelligenter Steuerung messen.