Es gibt Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Orte, an denen Kunstgeschichte nicht hinter Glas liegt, sondern zwischen Obstbäumen, Hecken und Wiesen steht. Der private Skulpturengarten von Heinz Mack am Rande von Mönchengladbach ist so ein Ort. Wer hier durch das Tor tritt, betritt das persönliche Reich eines Mannes, der die deutsche Nachkriegskunst geprägt hat wie kaum ein anderer. Am 30. April 2026 öffnete sich dieses Tor für den Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Was als exklusive Gartenführung geplant war, wurde zu einem Nachmittag, den keiner der Teilnehmenden so schnell vergessen wird. Denn am Ende stand eine Begegnung, die niemand vorhersehen konnte: mit dem Künstler selbst.
Heinz Mack: Der Poet des Lichts und ein Jahrhundert Kunstgeschichte


Wer über deutsche Kunst nach 1945 spricht, kommt an Heinz Mack nicht vorbei. Geboren 1931 im hessischen Lollar, studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde zu einem der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst und der Lichtkunst weltweit. Seine Bilder mit ihrer unverwechselbaren Farb- und Formenwelt erkennt man auf den ersten Blick. Seine Stelen aus Granit, Stein, Edelstahl und Marmor stehen auf öffentlichen Plätzen und in Museen rund um den Globus. Man nennt ihn den Poeten des Lichts, weil Licht das eigentliche Material seiner Kunst ist: Alles, was Mack schafft, reflektiert, bricht, verstärkt und feiert das Licht.
Das Erstaunlichste an diesem Künstler ist jedoch nicht sein Werk allein. Es ist seine ungebrochene Schaffenskraft. Im stolzen Alter von 95 Jahren steht Heinz Mack noch immer täglich in seinem Atelier in Mönchengladbach und arbeitet an neuen Werken. Genau dorthin, in das private Refugium des Künstlers und seiner Familie, führte der Ausflug des Lions Club Düsseldorf Barbarossa.
ZERO: Als die Kunst bei null anfing
Um zu verstehen, welche Bedeutung dieser Besuch hat, lohnt ein Blick zurück. Ende der 1950er Jahre suchte eine junge Künstlergeneration in Düsseldorf nach einem radikalen Neuanfang. Die Kunst der Nachkriegszeit erschien ihnen mit zu viel seelischem Ballast befrachtet. Gemeinsam mit Otto Piene begründete Heinz Mack ab 1957 die legendäre Künstlerbewegung ZERO; als offizielles Gründungsdatum gilt meist der 24. April 1958, an dem die siebte Abendausstellung stattfand und die erste Ausgabe der Zeitschrift ZERO erschien. 1961 stieß Günther Uecker als drittes Kernmitglied hinzu, und mit Yves Klein aus Frankreich gewann die Bewegung zusätzliche internationale Strahlkraft.
Der Name war Programm: ZERO stand für die Stunde null, für den Neubeginn ohne die Lasten der Vergangenheit. Statt schwerer Ölfarben und dramatischer Gesten setzten die ZERO-Künstler auf Licht, Bewegung, Struktur und Reinheit. Was in einem Düsseldorfer Hinterhofatelier begann, gilt heute als eine der wichtigsten internationalen Avantgardebewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Große Retrospektiven, etwa 2014 im Solomon R. Guggenheim Museum in New York, haben diesen Rang eindrucksvoll bestätigt.
Düsseldorf als Wiege von ZERO: Kunstgeschichte vor der eigenen Haustür
Für einen Club aus Düsseldorf hat dieser Besuch eine besondere Pointe: Die ZERO-Bewegung ist ein Stück Düsseldorfer Stadtgeschichte. In einem Atelier an der Gladbacher Straße fanden ab 1957 die legendären Abendausstellungen statt, aus denen die Bewegung hervorging. Bis heute erinnert die ZERO foundation, die Mack, Piene und Uecker 2008 gemeinsam mit der Stiftung Museum Kunstpalast gründeten, an dieses Kapitel der Stadt. Wer als Düsseldorfer durch den Skulpturengarten von Heinz Mack geht, begegnet also nicht nur Weltkunst, sondern auch einem Teil der eigenen Heimatgeschichte. Kaum eine andere deutsche Stadt hat der internationalen Nachkriegskunst einen vergleichbaren Impuls gegeben, und der Lions Club Düsseldorf Barbarossa stand an diesem Nachmittag mittendrin.

Die legendären Sahara-Projekte: Kunst am Rande des Möglichen
Einem breiten Publikum wurde Heinz Mack durch ein Vorhaben bekannt, das an Kühnheit bis heute seinesgleichen sucht: das Sahara-Projekt. Bereits um 1959 entwarf Mack die Vision eines künstlichen Gartens in der Wüste, die er 1961 erstmals publizierte. Ab 1968 setzte er sie in die Tat um: Er installierte riesige Lichtstelen von bis zu elf Metern Höhe in der tunesischen, später auch in der algerischen Wüste. Der junge, kaum zu bremsende Künstler fotografierte diese einmaligen Kompositionen aus Sand, Metall und Licht in allen Stimmungen des Tages, vom gleißenden Mittag bis zum glühenden Abendrot. Die Ergebnisse waren sensationell. Die auflagenstarke Zeitschrift Stern machte die Bilder einer breiten Öffentlichkeit bekannt und verwandelte den Avantgardisten in eine öffentliche Figur.
The Sky Over Nine Columns: Gold über Venedig
Dass Macks Schaffenskraft auch im hohen Alter keine Pause kennt, bewies er 2014 in Venedig. Auf der kleinen Insel San Giorgio Maggiore, direkt gegenüber dem Markusplatz, enthüllte er sein monumentales Werk The Sky Over Nine Columns: neun über sieben Meter hohe Säulen, verkleidet mit insgesamt 850.000 goldenen Mosaiksteinen. Im Wechselspiel von Sonne, Wasser und Gold reflektierten die Kolonnen das Licht der Lagune. Wer sonst als der Poet des Lichts hätte ein solches Werk schaffen können?
Der Skulpturengarten in Mönchengladbach: Ein Ort, den man nicht einfach besuchen kann
So bekannt Macks Werke in den großen Museen der Welt sind, so verborgen ist der Ort, an dem viele von ihnen entstehen und leben: der Skulpturengarten am Haus Mack in Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich nicht um ein öffentliches Museum mit Öffnungszeiten und Ticketschalter, sondern um das private Anwesen des Künstlers und seiner Familie. Zutritt erhält nur, wer eingeladen wird. Genau darin liegt der besondere Reiz dieses Nachmittags: Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa erhielt einen Zugang, der den allermeisten Kunstfreunden verwehrt bleibt.

Möglich wurde dieser exklusive Besuch durch die Präsidentin des Clubjahres 2025/2026, Beate Herzbruch, die private Kontakte zum Haus Mack pflegt. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie im Clubleben persönliche Verbindungen zu gemeinsamen Erlebnissen werden, die ein Einzelner so nie organisieren könnte.
Marmor aus Carrara, Edelstahl und Glas: Die Materialien des Meisters
In der großzügigen Gartenlandschaft stehen sie dann: die Stelen, Monumente aus Granit, Stein, Beton, Edelstahl, Glas und vor allem aus Marmor aus Carrara und anderen berühmten Herkunftsgebieten. Jedes Objekt ist ein kunstvoll bearbeiteter Block oder eine Säule, deren Botschaft sich manchmal erst auf den zweiten Blick verrät. Zwischen Bäumen und Rasenflächen entfalten die Skulpturen eine Wirkung, die kein Museumssaal erzeugen kann: Das Tageslicht wandert über die polierten Flächen, der Wind bewegt die Schatten, die Natur wird zur Bühne der Kunst.
Kunst unter freiem Himmel: Warum dieser Garten das bessere Museum ist
Ein Museum zeigt Kunst. Ein Garten lässt sie leben. Im Skulpturengarten von Heinz Mack sind die Werke keinem klimatisierten Stillstand ausgesetzt, sondern dem echten Leben: Regen, Sonne, Jahreszeiten. Genau dafür sind sie gemacht. Eine polierte Edelstahlstele sieht am wolkenverhangenen Vormittag völlig anders aus als im goldenen Abendlicht. Für den Poeten des Lichts ist das kein Nebeneffekt, sondern der Kern seiner Kunst: Das Werk vollendet sich erst im wechselnden Licht. Die Besucherinnen und Besucher des Lions Club Düsseldorf Barbarossa erlebten an diesem Nachmittag also nicht eine Ausstellung, sondern ein Zusammenspiel aus Natur, Material und Licht, das sich in dieser Form nirgendwo sonst wiederholen lässt.
Eine private Führung mit Ute Mack und Dr. Sophia Sotke
Durch den Garten führten an diesem Nachmittag zwei Frauen, die das Werk des Künstlers besser kennen als jeder Katalog: Ute Mack, die Ehefrau des Künstlers, und Dr. Sophia Sotke, Kunsthistorikerin und ausgewiesene Mack-Expertin. Sie erklärten einzelne Werke, betonten die Materialien und öffneten den Blick für Details, an denen man sonst achtlos vorbeigegangen wäre.
Ein Moment blieb besonders haften: Ute Mack wies auf die gelegentlich gebrochenen Ränder einer ansonsten makellos glatt polierten Marmorskulptur hin. Diese bewusst belassenen Bruchkanten symbolisieren die Brüche des Lebens, die ungeschliffenen, markanten Stellen eines Individuums. Ein leiser, fast philosophischer Gedanke, der viele Teilnehmende noch auf der Heimfahrt beschäftigte: Vollkommenheit entsteht nicht durch Makellosigkeit, sondern durch die Spuren, die das Leben hinterlässt.
Die unerwartete Begegnung: Wenn der Künstler selbst dazukommt
Und dann geschah das, was diesen Nachmittag endgültig unvergesslich machte. Nicht geplant, weil nicht vorhersehbar: Heinz Mack war in seinem Atelier, so wie an fast jedem Tag. Der 95-jährige Künstler ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu begrüßen, allen voran Präsidentin Beate Herzbruch.
Mack plauderte gut gelaunt über seine Werke, aber auch über die Lions-Idee, denn er war vor vielen Jahren selbst einmal Lions-Mitglied. Er erzählte die Anekdote über einen Riesensteinblock auf der Kölner Domplatte und lud die Gruppe schließlich sogar zu einem kleinen Rundgang durch sein Atelier ein. Dort, zwischen Leinwänden, Farben und Werkzeugen, erhielten die Gäste einen unmittelbaren Eindruck seiner aktuellen Bilder- und Farbwelten, Kunst im Entstehen, aus nächster Nähe.
Eine kleine Beobachtung am Rande, die mehr über diesen Mann erzählt als jede Biografie: Auf seinen mittelblauen Lederslippern prangten zwei herrlich frischgrüne Farbkleckse. Der Meister arbeitet. Jeden Tag. Mit 95 Jahren. Wer an diesem Nachmittag dabei war, hat verstanden, was Leidenschaft bedeutet.
Man muss sich diesen Moment vor Augen führen, um die Besonderheit zu begreifen. Werke von Heinz Mack hängen im Centre Pompidou, im Guggenheim, in den großen Sammlungen der Welt. Millionen Menschen haben seine Kunst gesehen. Aber nur sehr wenige haben je mit ihm in seinem eigenen Garten gestanden, seinen Anekdoten gelauscht und einen Blick in sein Atelier werfen dürfen. Für die Mitglieder des Lions Club Düsseldorf Barbarossa war dieser Nachmittag deshalb weit mehr als ein Ausflug: Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei denen Kunstgeschichte für einen Moment persönlich wird und aus einem berühmten Namen ein Mensch mit Farbklecksen auf den Schuhen.
Treffen, Helfen, Lernen: Was solche Erlebnisse mit dem Clubleben zu tun haben

Kein Nachmittag wie jeder andere. Aber vielleicht ein Nachmittag, wie er typisch ist für den Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Das Motto des Clubs lautet Treffen, Helfen, Lernen, und alle drei Worte wurden an diesem Tag mit Leben gefüllt: das Treffen in einer Gemeinschaft von Menschen, die sich füreinander und für die Welt interessieren; das Lernen über Kunstgeschichte, Material und ein außergewöhnliches Künstlerleben; und das Helfen, das als gemeinsamer Zweck alles verbindet, was der Club unternimmt.
Der Vorstand organisiert für die Mitglieder immer wieder bemerkenswerte Programme: Vorträge im Clubheim, Referate von Fachleuten aus Wirtschaft, Technik und Kultur, Reisen und eben Führungen an Orten, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben. Wer an einem solchen Nachmittag zwischen den Stelen eines Jahrhundertkünstlers steht und ihm anschließend die Hand schütteln darf, spürt eine tiefe Dankbarkeit, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Es sind genau diese Momente, die aus einem Serviceclub eine zweite Heimat machen.
Solche Nachmittage stehen nicht allein. Ob Vorträge über Technik und Wirtschaft, Reisen wie die gemeinsame Weinreise an die Mosel oder Führungen an außergewöhnlichen Orten: Das Clubleben des Lions Club Düsseldorf Barbarossa lebt von der Neugier seiner Mitglieder und von dem Anspruch, immer wieder Neues zu entdecken. Und es lebt von Dankbarkeit, denn wer solche Erlebnisse geschenkt bekommt, gibt gern etwas zurück.
Warum Kultur und Wohltätigkeit zusammengehören
Man könnte fragen: Was hat ein Kunstausflug mit Wohltätigkeit zu tun? Die Antwort ist einfach. Das Herzstück des Lions Club Düsseldorf Barbarossa sind seine Activities, also Hilfsaktionen, mit denen der Club vor allem Kinder in prekären Lebenssituationen in Düsseldorf und Umgebung unterstützt. Dieses Engagement lebt von Menschen, die Zeit, Energie und Herzblut investieren. Erlebnisse wie der Besuch bei Heinz Mack sind der Kitt, der diese Gemeinschaft zusammenhält: Sie schaffen Freundschaften, gemeinsame Erinnerungen und die Motivation, sich immer wieder für andere einzusetzen. Ein Club, der zusammen staunt, hilft auch zusammen besser.
Und noch etwas verbindet den Künstler und den Club: die Haltung. Heinz Mack hat sein Leben lang daran geglaubt, dass man bei null anfangen und trotzdem Großes schaffen kann. Genau diese Zuversicht braucht es auch im Ehrenamt. Jede Activity beginnt bei null, mit einer Idee, ein paar engagierten Menschen und dem festen Willen, etwas zu bewegen.
Mitglied werden: Ihr Weg zum Lions Club Düsseldorf Barbarossa
Der Lions Club Düsseldorf Barbarossa ist zurzeit offen für neugierige und wissbegierige Menschen, die gleichzeitig in einer Gemeinschaft mitarbeiten wollen, um hilfsbedürftigen Gruppen aktiv zu helfen. Wer sich für Kunst, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft interessiert, wer lieber anpackt als zuschaut und wer Gemeinschaft nicht nur konsumieren, sondern gestalten möchte, findet hier den richtigen Ort.
Ein Abend im Clubheim, ein Vortrag, ein Gespräch: Der erste Schritt ist unkompliziert. Nehmen Sie Kontakt auf und lernen Sie den Club unverbindlich kennen. Vielleicht stehen Sie beim nächsten außergewöhnlichen Ausflug schon selbst zwischen den Kunstwerken und denken: So etwas erlebt man nur hier. Herzlich willkommen beim Lions Club Düsseldorf Barbarossa. Jetzt engagieren, wir freuen uns auf Sie.

